Nicht heiter, wie der Bach entweicht,
Nicht, wie die Quelle munter:
Nur trüb', wie Sumpfgewässer, schleicht
Der träge Tag hinunter! —
Der Westen glüht, die Sonne sinkt;
Und Schattenkühl im Thale winkt:
Da schmachtet Herzverlangen,
Die Töchter zu empfangen!
Nun wird es laut am Eisenthor!
Und sieh, empört, voll Grauen:
Tritt Heil von Segewold, hervor,
Gespenstern gleich zu schauen!
Wie Donner, trifft sein Wuthgeschrei:
»Herbei, du Vater Greif, herbei!
Im Blute liegt, erschlagen,
Die du zur Welt getragen!« —
Die Hölle flammt in seinem Wort!
Ihr Hohn ertönt im Schalle!
Dann eilig stürmt der Wilde fort;
Und hinter ihm — wir Alle.
Wir folgen seiner Tritte Spur,
Den Berg hinab, in Thales Flur;
Empor dann, am Gelände,
Zum Werke seiner Hände.
Und dort — in seiner Grotte lag:
Die weiland Segenreiche!
Die Jungfrau, todt durch Mörderschlag,
Nun Marmor-starre Leiche!
Sie lag in Blut, von Blut bedeckt;
Und — von demselben Blut befleckt
Lag jenes Beil daneben,
Das ihr den Tod gegeben!
Wer solches Beil sein eigen nennt:
Kann Mehr vom Morde sagen;
Wer aber, der den Jüngling kennt,
Darf hier ein Urtheil wagen? —
Es ist, was ihm Verdammniss droht,
Sein Werkzeug hier, von Blute roth:
Wenn volle Thatenreihen
Ihn dort zum Helden weihen. —
Und so verlangt die erste Pflicht:
Uns, Herr! an Euch zu wenden;
Euch — werden seine Thaten nicht,
Noch hier sein Eisen, blenden.
Wir leben sorgvoll, ohne Ruh'!
Und senden Euch den Wagen zu;
Bei Bitte, nicht zu weilen,
Nach Treidens Burg zu eilen!«