Im Schmuck' der Fürstengruft erscheinen
Die Wände, wie der Säule Rund;
Und gold'ne Todesengel weinen
Danieder, von dem schwarzen Grund'.
Kristall'ne Kronen, Kerzengarben,
Versenden wie ein Strahlenmeer,
Ein Sonnenlicht von allen Farben,
Im weiten Trauersaal umher.
Und mitten dort im Saal' vollendet
Ein Rosenhain den Zauberkreis;
Der ringsum reiche Düfte sendet,
Von tausend Blüthen, roth und weiss.
Und mitten, hoch im Rosenhaine:
Im Sarge von Cypressenholz,
Da thronet sie, die Makelreine,
Der Jungfrau Zier, der Frauen Stolz!
Ein Engel ruht auf Mund und Wangen,
Den Liebreiz noch gefangen hält:
Sie hat den grossen Tod empfangen,
Wie einen Kuss von jener Welt.
Im zarten Lilien-Gewande,
Den Myrthenkranz im blonden Haar;
Umgürtet mit dem Rosabande,
Das ihr Geleit' zum Tode war:
So schlummert sie, dem Tod' zum Hohne;
Der Traum ist lieblich, wundersam!
Ein Cherub zeigt die Palmenkrone;
Ein Seraph ist ihr Bräutigam.
Sie mag den Freier nicht betrüben,
Und spricht, dem Engel zugewandt:
Ich will in dir den Bruder lieben,
Mein Liebster wohnt im Erdenland.
So scheint im Traume sie zu sagen,
Nur sagt es ihre Lippe nicht;
Und so mag Liebe nie verzagen,
Wenn auch der Tod das Leben bricht.