Die Landschaft ruht in tiefem Schlummer,
Der Mond nur und ein Jüngling wacht;
In Frieden jener, der in Kummer,
Doch Beide wandeln durch die Nacht.

Und Heil, am Grabe, Mond-beschienen,
Verklagt in süsser Melodie,
Sein Glück, auf dessen Prachtruinen;
Und also klang die Elegie:

»Bist Du so früh emporgeschieden,
Nach kurzem Traum von Erdenglück?
Und führt, von Deinem Gottesfrieden;
Kein Weg in Freundes Arm zurück?

Kann Liebe Dir nicht wiedergeben,
Was Erdentod dem Leben nahm?
Kann keine Thräne mehr beleben
Den Leib, der von der Erde kam? —

Vergebens! — In die Nacht der Zeiten
Verliert sich meiner Klage Ruf!
Nur Einer kann mir Trost bereiten:
Wer Licht aus Nacht der Nächte schuf.

Nur Du, von Dem, seit Welten kreisen,
Die Phantasie kein Bild entwarf!
Nur Du, Den wir »Allvater« preisen,
Der Alles gab, und Nichts bedarf!


Nun weihet mich, ihr Todtenhügel!
Ein Erdsohn will sein Fest begeh'n;
Komm', Seraph, leih' mir deine Flügel,
Ich will die Braut im Lichte seh'n.

Die Erde soll wie Nebel schwinden;
Die Sonne lass' ich weit zurück!
Will sich der Geist zum Geiste finden,
Verlangt es nur den Augenblick. —