Ein Blick auf die Minister, welche das Gemälde betrachteten, wandte plötzlich die Aufmerksamkeit der Majestät von ihm ab, jenen zu. »Sie sind verdrießlich, Graf Schimmelmann, und sagen mir kein Wort, weder über mein Portrait noch meinen Protégé?«
»Leider haben wir dem anerkannt tüchtgen Maler desselben wehe thun müssen und gerade im Augenblicke, da Ew. Majestät ihm ein so gnädiges Wohlwollen geschenkt,« erwiederte etwas verlegen der Minister, »der Anblick der so gelungenen Aehnlichkeit –«
»Qu'est-ce donc, Comte?« fragte etwas zurücktretend Juliane Marie, »wir haben unsre Freude daran, heimischen Künstlern die Aufrechthaltung der neuen Akademie anvertrauen zu können und haben dem Manne die erledigte Professur zugesagt –«
Auch Thorald wich einige Schritte zurück; die Königin trat mit den beiden Grafen in eine Fenstervertiefung, das Gespräch ward mit halber Stimme fortgesetzt.
So ungemein vaterländisch nach Struensee's Tode alle Hofgesinnungen geworden, denn unter der Königin und Prinz Friedrichs Regentschaft war dem Ausländischen offene Fehde erklärt, so konnte dennoch Juliane Marie die französischen gewohnten Brocken in ihrer Wortstellung nicht wohl entbehren, und im Affect verfiel sie leicht in den damals fast in allen fürstlichen Häusern üblichen Ton – »c'est fort,« fuhr sie fort, »wenn nicht die Meine, welche Art Fürsprache soll denn hier wohl entscheiden? Giebts einmal wieder irgend einen lumpigen Deutschen oder Franzosen zu versorgen?«
»Bernstorff trägt die Schuld,« flüsterte ehrerbietig der Minister, »einem früheren Versprechen nach und auf ganz besondere Bitte eines Mannes, dem man verpflichtet, hat der alte Informator Henning Klint die Professur erhalten –«
»Der Prinz kennt meinen Wunsch, c'éstoit une chose arangée, Messieurs – Eynerssen hat mein Wort –«
»Der König hat diesen Morgen das Decret unterschrieben.«