Die Bonne schwieg, sie wußte nur zu wohl, daß die Kinder sich jedesmal weigerten, wenn sie ihre Spiele verlassen sollten, um auf einen Augenblick der Mutter zugeführt zu werden.

Mit nervöser Hast streichelte Lydia die rosigen Gesichter und die feuchten Blondhaare der Kleinen. »Wie sie erhitzt sind, ist es hier denn so heiß?« wandte sie sich wieder an Fräulein Wagner.

»Wir haben Federball gespielt, gnädige Frau, wir waren so sehr vergnügt dabei und haben uns so oft gebückt, davon sind wir so roth.«

Dabei strahlten die Augen des jungen Mädchens und der Mund schien ein schelmisches Lächeln kaum unterdrücken zu können.

»Es ist gut Fräulein, beschäftigen Sie die Kinder aber jetzt ruhiger,« entschied die todtenblasse Frau. Dann wandte sie sich mit ihrem Begleiter von der heiteren Gruppe der an das Mädchen geschmiegten Kinder ab.

»Wollen Sie meinen Mann nicht noch begrüßen?« fragte sie dann den Doktor, der Hausthür zugehend.

»Es ist mir unmöglich, gnädige Frau, ich bin nicht wohl genug dazu.«

»So danke ich Ihnen um so herzlicher für Ihre Begleitung.«

»O bitte, das ist kein Umweg für mich, außerdem will ich Ihnen auch im Vertrauen gestehen, gnädige Frau, daß der kurze Aufenthalt in Ihrem Garten für mich ein Genuß war.«

»Ein Genuß? Ah – da wäre ich doch begierig.«