»So – sind Sie etwa mein Vormund?«

»Nein – ich bin Irrenarzt.«

Ein kurzer Schrei, dann ein krampfartiges zorniges Weinen, folgte auf diese Ablehnung. Ruhig stand Turnau ihr gegenüber. Er war empört und angeekelt von dieser Scene.

Wenn sie wirklich sterben wollte, so hatte sie keinen Grund, erst hierherzukommen und ihm ein Vertrauen aufzudrängen, nach dem er durchaus nicht verlangte. Er war aber überzeugt, daß sie gar nicht ernstlich daran dachte zu sterben. Wenn sie so ungeschickt war, ihr Geheimniß entdecken zu lassen, so fühlte er sich in keiner Weise berufen, ihr beizustehen. Ungeduldig wartete er darauf, daß sie sich so weit beruhigte, um auf gute Manier dahin gebracht zu werden, ihn zu verlassen.

Sie faßte sich mühsam. »Wissen Sie, was mein Mann und der Professor beschlossen haben?«

»Ich kann es mir denken. Sie sollen in eine Anstalt, um eine Entziehungscur durchzumachen.«

»Ja« – sie lächelte. »Ich werde auch ganz fügsam sein und gehen.«

»Das freut mich.«

»Sie verstehen, was ich meine?«

»Nein.«