Bezahnung. Die beiden oberen Incisiven stehen etwas weiter auseinander als bei N. plicatus (0.7 mm), es ist nur ein oberer Praemolarzahn vorhanden, und er ist vom Caninus durch ein Diastema getrennt, p 2 inf. ist nur ½–⅔ so gross wie p 1 inf., die zwei mittleren unteren Incisiven sind zweilappig und stehen in der Richtung des Kiefers, die zwei äusseren sind abgerundet und stehen theilweise dahinter und quer.

Zitzen 5 mm unter der Achselhöhle.

Keine Kehlgrube (beim Weibchen!).

Maasse:

Kopf 25mm
Körper 45mm,,
Ohr 21 × 15 mm,,
Tragus (Länge von der Zacke an gemessen) 2 × 1.2 mm,,
Humerus 29mm,,
Vorderarm 40mm,,
Dig. 1 mit Kralle 8.5mm,,
Dig.,, 2 (40 + 2) 42mm,,
Dig.,, 3 (39 + 18 + 15 + 7.5) 79.5mm,,
Dig.,, 4 (37.5 + 14 + 10 + 1.7) 63.2mm,,
Dig.,, 5 (23.5 + 11.5 + 4 + 1.6) 40.6mm,,
Femur 16mm,,
Unterschenkel 14.5mm,,
Fuss mit Krallen 13mm,,
Sporn 8mm,,
Schwanz (davon frei 23 mm) 34mm,,

Auf [Tafel IV] Fig. 4 ist eine dorsale Ansicht des ganzen Thieres in natürlicher, Fig. 5 die des Kopfes von der Seite in doppelter, Fig. 6 die des Tragus in vierfacher Grösse.

Nyctinomus sarasinorum schliesst sich zwar N. plicatus (Buch. Ham.) an, allein ist doch wesentlich davon verschieden. Abgesehen von den Dimensionen und der Färbung, in der Bezahnung, da plicatus [[18]]2 obere Praemolaren hat, und die unteren Incisiven anders gestellt und geformt sind, in dem Ansatze der Lendenflughaut in der Mitte der Tibia, statt am unteren Ende wie bei plicatus, in der Behaarung der Flügelhäute, die bei plicatus nackt oder so gut wie nackt sind (wenigstens bei den mir vorliegenden Exemplaren), in der partiellen Nacktheit der Kopfhaut, und in Anderem.

Es könnte auffallend erscheinen, dass auf Celébes eine andere Form des weit verbreiteten N. plicatus lebt, allein ich zweifle nicht, dass bei näherem Eingehen auf ein genügend grosses Material von vielen Fundorten verschiedene Rassen oder Subspecies unterschieden werden können. Dobson (Cat. 1878, 425) gab die Verbreitung von Vorderindien bis zu Bórneo und den Philippinen an, Peters & Doria (Ann. Mus. Gen. XVI, 35 1881) führten Exemplare von Jobi, im Norden von Neu Guinea auf — es war dies jedoch nicht der erste Molosside von Neu Guinea, wie diese Autoren meinten, da schon N. australis (Gray) von Neu Guinea bekannt war (Dobson Cat. 1878, 434) —, Leche (PZS. 1884, 51), solche von Süd Australien und Nord Tasmanien, Jentink endlich (Cat. MPB. XII, 202 1888) ein junges von Timor. Mir liegen nur 3 Exemplare von Jobi und je eines von Sumátra, Java und NW Australien vor, die von Jobi und Australien sind dunkelbraun oben (R. III, 1), etwas heller unten (R. III, 6), das von Sumátra ebenso, aber gesättigter, das von Java wie die Jobi-Exemplare, unten jedoch mit weisslichen Haarspitzen. Buchanan (TLS. V, 161 1800) sagte von Exemplaren von Bengalen: „The hair is mixed with ash colour, and is paler below than on the back“; Horsfield (Zool. Res. Java Nr. V 1824) von javanischen: „The body is deep brown, inclining to sooty black; intense above, and grayish underneath“; Temminck (Mon. Mam. I, 223 1827) von britischindischen: „Le pelage est … d’un fauve cendré“; Cantor (JASB. XV, 179 1846) von hinterindischen: „Back of a velvety snuff colour, becoming a shade lighter on the underparts“; Blyth (l. c. XX, 517 1853) von britischindischen: „Nearly as dark-coloured as the Malayan race …, which, we think, differs not otherwise than in being constantly of a much darker hue than the ordinary … plicatus of India“; Dobson (Cat. 1878, 425) sagt ganz allgemein, was gewiss nicht zutrifft: „Above black or smoke black, beneath somewhat paler“; Blanford (Fauna Br. Ind. Mam. 1888–91) von britischindischen Exemplaren: „Fur brownish black to greyish brown above, sometimes the same but generally paler below, basal portion of the hair lighter in colour“. Es liessen sich diese Auszüge noch vermehren, ohne dass damit eine grössere Übereinstimmung oder Klarheit erzielt würde, was den Gedanken stützt, dass hier von verschiedenen Rassen die Rede ist, wie ja Blyth schon von einer constant dunkleren maleischen Rasse sprach. Das Maass des Vorderarms giebt Dobson allgemein mit 49.5 mm (1.95 inch.) an, die mir vorliegenden Jobi-Exemplare messen 45, das Exemplar von Java 46, das von Sumátra 42, das von Australien 49 mm (gegen 40.5 bei N. sarasinorum von Celébes).

Interessante Mittheilungen über die massenhaften Flüge von N. plicatus aus Höhlen in Barma machte kürzlich A. R. S. Anderson in dem „Administration Report of the Marine Survey of India“ 1897/8 (nach einem Referat in Nat. Sc. XIV, 259 1899).

In Bezug auf die Bezahnung mit nur éinem oberen Praemolaren gleicht N. sarasinorum den Arten der Untergattung Mormopterus Ptrs. (PZS. 1865, 468) von Madagaskar, Südost Afrika etc., allein sonst weicht er in den meisten in Frage kommenden Punkten von ihnen ab. Dobson (Cat. 1878, 442) hat schon hervorgehoben, dass man auf die Zahl der oberen Praemolaren hier keine Untergattung gründen und N. norfolcensis (Gray) von der Norfolk Insel und Australien [N. wilcoxi (Krefft)] mit 2 oberen Praemolaren nicht von Mormopterus trennen könne (Thomas beschrieb Ann. Mus. Gen. 1897, 609 N. loriae von S Neu-Guinea, der norfolcensis nahe steht). Später hat Peters selbst (Mb. Ak. Berl. 1881, 482) das Fehlen von p 2 sup. als entscheidenden Charakter zurückgezogen, aber zugleich Mormopterus zu einer Gattung erhoben unter Namhaftmachung anderer Unterschiede und Hinzuziehung einiger anderer Arten. Das Fehlen von p 2 sup. ist eine Folge der Resorption des für ihn bestimmten Materiales seitens der Nachbarzähne, c sup. und p 1 sup. (daher auch meist das Diastema), ein Process, der sich bei manchen Arten einer Gattung schon vollzogen hat, bei anderen noch nicht. Ein Vorstadium dazu ist es, wenn p 2 sup. deciduös ist; Dobson (Cat. 1878, 431) erwähnt dies bei N. mops (F. Cuv.) von Sumátra, und dasselbe kommt bei N. plicatus vor, denn bei dem erwähnten Exemplare dieser Art von Sumátra fehlt er. [[19]]