Großes Hagel­wetter.

Am 9. August kam ein schauderhaftes Gewitter mit großem Sturm und Hagelschlag über unsere gute Stadt, wie es sich eines solchen die ältesten Leute nicht erinnern konnten. Das Unwetter erstreckte sich von Thekla im Norden Leipzigs bis zum Dorfe Gröbern (wohl Cröbern bei Zwenkau) im Süden. Dachziegel und Fenster wurden von den faustgroßen Schlossen zertrümmert und das Getreide niedergeschlagen. Die Vögel fielen todt aus der Luft und von den Bäumen, deren Aeste und Laub überall den Boden bedeckte. In den Verkaufsgewölben der inneren Stadt stand das Wasser theilweise fast eine Elle hoch.

König­straße.

Anno 1842 im Frühjahr wurde die Königstraße angelegt durch den früheren Reimerschen Garten. Der ganze Garten wurde zu einer förmlichen Vorstadt, da auch die Bosen- und Kirchstraße (beide zusammen bilden jetzt die Nürnberger-Straße vom Grimmai’schen Steinweg bis zur Ulrichsgasse), sowie die Lindenstraße abgesteckt wurden.

Große Dürre.

Anno 1842 wo von Ostern bis weit hinein in den Sommer kein Regen fiel, herrschte im ganzen Lande eine solche Dürre, daß viele kleinere Flüsse ohne Wasser waren und die Mühlen nicht mehr mahlen konnten. Die Roggenernte war noch ziemlich gut, aber das Sommergetreide Hafer, Gerste, Weizen, Erbsen, Kraut und Kartoffeln ergaben eine so schlechte Ernte, daß viele Bauern ihr Vieh vollständig verkaufen mußten, da kein Futter zu haben war. Die Kanne Butter kam im Monat August 20 Neugroschen und das Viertel Brod 1 Thaler.

Hin­richtung.

Am 23. August 1842 früh ¼7 Uhr wurde zu Gohlis der Buchbindergeselle Johann Ernst Heinrich Seyfarth, gebürtig aus Altenburg, wegen an seiner schwangeren Geliebten Louise Schild aus Eisenberg, in der Nacht vom 30. September zum 1. October 1841 im Rosenthale verübten Meuchelmordes durch den Bischofswerdaer Scharfrichter mit dem Schwert enthauptet. Der Delinquent war erst 20 Jahre alt, die Hinrichtung ging schnell und gut von statten. Es war dies in Leipzig die letzte Hinrichtung mit dem Schwert.

Große Brände.

Am 5.-8. Mai 1842 war der große Brand in Hamburg. Ende Mai brannte die Stadt Camenz fast ganz nieder und am 7. September ging fast die Hälfte der Stadt Oschatz mit Rathhaus und Kirche in Flammen auf. Von Leipzig gingen nach letzterer Stadt 2 Spritzen, 2 Feuerwächter, 2 Sänftenträger, ein Commando Schützen der Garnison und verschiedene Deputirte des hohen Rathes mittelst Extrazugs Abends ab.