Hin­richtung.

Am 18. November 1840 wurde Johann David Saupe aus Connewitz, bei Leipzig, welcher im Februar dieses Jahres die Wittwe Nitzsche in Gohlis sträflich ermordet und beraubt hatte, auf der kleinen Wiese bei der Mühle zu Gohlis mit dem Schwerte hingerichtet. Der Scharfrichter hieb den Delinquenten erst tief in die Achsel, so daß derselbe laut aufschrie, erst beim zweiten Hiebe fiel der Kopf. Die Studenten und das zuschauende Volk wollten das Schaffot stürmen und nur mit Mühe gelang es der Communalgarde und den Soldaten, dies zu verhindern.

Erste Fiaker.

Ein bedeutsamer Tag für den Lokalverkehr in und um Leipzig war der 31. März 1841. An diesem Tage trat das Institut der Fiaker, der Vorläufer der jetzigen Droschken in’s Leben. Ganz Leipzig war auf den Beinen und wollte fahren. Die Tour kam für eine Person innerhalb Leipzigs und der Vorstädte zwei gute Groschen, auf die Dörfer vier gute Groschen. Am meisten wurde von der neuen Einrichtung die Corporation der städtischen Chaisen- oder wie sie sich selbst nannten Sänftenträger-Compagnie betroffen, auf welche wir noch in einem besonderen Artikel oder Capitel zurückkommen werden. Man feierte diese neue Errungenschaft sogar in Versen, das beste Geschäft machten natürlich die Fiaker’s selbst dabei.

Neu­geld.

In diesem selben Jahre wurde auch das erste Neugeld ausgegeben, welches den Thaler auf 30 Neugroschen à 10 Pfennige, statt wie bisher auf 24 gute Groschen à 12½ Pfennig festsetzte. Das Publicum konnte sich aber nur äußerst schwer an die Aenderung gewöhnen und rechnete noch länger als zwanzig Jahre sehr viel nach der alten Münze, ja dieselbe war so eingewurzelt, daß sogar im Engrosverkehr der Kaufleute, hauptsächlich bei Tuchen und Buckskins noch bis weit in die 70er Jahre hinein der Preis noch immer nach »guten Groschen« berechnet und facturirt wurde.

Neue Glocken.

Am 19. Juni 1841 wurden auf den Thurm der Johanniskirche drei neue Glocken aufgezogen und am Johannistag zum ersten Mal geläutet.

Bettel­brunnen.

Am 22. Juni desselben Jahres wurde der Bettelbrunnen nach erfolgter Renovation wieder eingerichtet und zur Benutzung freigegeben, es war zugleich ein Dach über den Brunnen gebaut worden, das auf vier hölzernen Säulen stand, auch Bänke zum Ausruhen für die Trinkenden waren ringsum aufgestellt worden.