Ist Keinem recht bekannt
Und doch verging so manches Jahr —
Eh’ er sein Ende fand etc. etc.
Für alle Theilnehmer an diesen Wachen bildeten dieselben ein Vergnügen, und den Werth und die Bedeutung derselben für das kameradschaftliche Wesen lernte man eigentlich erst richtig erkennen, als man in der letzten Kneiperei der Turnerfeuerwehr am 22. Juli 1871 unter anderen Schwanen-Gesängen auch den Vers sang:
Nachdem zuvor im Tageblatt
Die Gründe dargelegt man hat —
Verschied zwar sanft — und dennoch schwer —
Die Leipz’ger Turnerfeuerwehr!
Männer der besten Gesellschaftsklassen, aber auch einfache Gesellen und Handwerker gehörten der Truppe an und alle verband das Gefühl echter kameradschaftlicher Freundschaft. Daß natürlich die Wachen der beiden Corps von den Wachen der berufsmäßigen Feuerwehr insofern bedeutend abwichen, als dieselben eben von den betreffenden Mannschaften mit Vergnügen bezogen und »abgeschraubt« wurden, ist selbstverständlich, und nicht nur ein geselliges, sondern auch oft genug ein feuchtfröhliches Treiben, so weit solches mit den übernommenen Pflichten vereinbar war, machte sich geltend. Scat und der solidere Schafkopf traten in ihr volles Recht und wurden weidlich »gedroschen«, oft aber waren auch Gäste »auf Wache«, die sich nicht »lumpen« ließen und zur allgemeinen Erheiterung mit beitrugen. An Letzterer fehlte es aber auch so nicht und so flog die Zeit von Abends 8 bis 2 Uhr vorüber. Erst um diese Zeit, wo die sogenannte »Hundewache« (von 2—4) begann, machte sich die Ermüdung geltend und die gefürchteten »Pfefferkuchen« (Matratzen) wurden aufgesucht. Gefürchtet aber waren diese Schmerzenslager wegen der Unmasse jener schwarzen Eindringlinge, die sich sogar oft genug bis zu Quälgeistern unsrer Damenwelt aufschwingen und also für den robusten Körper eines Feuerwehrmannes nicht die Spur von Achtung oder Nachsicht hatten. Das hopste und sprang lustig umher und zwickte und zwackte, daß männiglich nicht die zartesten Redensarten den Sprechwerkzeugen der also Gefolterten entquollen.
»Donnerwetter!« schrie einst, früh gegen 3 Uhr, als der Wachtcommandant, noch allein munter, bei der Stechuhr saß und las, ein Wehrmann und sprang mit gesträubtem Haar und einem neuen Fluche vom »Pfefferkuchen« herab.