Bei Jena war die Memme nicht zum Vorschein gekommen, wie überhaupt nirgends, wo es Ernst wurde! Da verduftete er gleich, um erst, wenn alles glücklich oder unglücklich vorbei war, wieder aufzutauchen und neues Unheil anzustiften!
Jetzt hatte er sich aber für immer und ewig unmöglich gemacht!
Und das war das Gute bei diesem unerhörten Unglück, daß es die Spreu von dem Weizen sonderte, Schädlingen wie Massenbach die Larve vom Gesicht riß und unfähige Leute von den Führerposten entfernte, um die, die sich bewährt hatten, zum Heil des Ganzen an die Spitze zu bringen! So wurden dem Wiederaufbau wenigstens von Haus aus keine Hindernisse mehr in den Weg gestellt! –
Er fuhr auf.
„Er sagte doch –“, fing er laut an, und die Stimme bebte vor Zorn – „er sagte doch – –“
Er lachte laut auf.
„Kapitulieren, um dem König eine Armee zu erhalten! So’n Wahnsinn! Und darauf fallen gescheite Leute herein! So’n Wahnsinn! So’n gottverfluchter Wahnsinn!“
Er sank wieder hin, wickelte sich in die Decke und lag wieder still da. Im Kopfe brauste und brummte es von tausend Gedanken. Erlebtes und Erlauschtes trat da wieder in Erscheinung und schoß in bunten Bildern durchs Gehirn. Aus dem brodelnden Chaos tauchte bald dieses, bald jenes wohlbekannte Gesicht auf, als hätten sich die Geister zur Heerschau um das Lager des alten Helden versammelt, um zu raten, zu tadeln und ihm über das Bitterste hinwegzuhelfen. Er sann und sann nach einem Ausweg aus seiner Lage.
Könnte er dem König wenigstens seinen Arm und Kopf retten! Nur nicht kapitulieren müssen, jetzt, wo jeder, der etwas taugte, benötigt wurde!
Und doch, es war nicht zu vermeiden! – Was sonst aber taugte, das sollte wenigstens dem Könige erhalten werden!