Eine kleine Patrouille der Blaugelben nur war es, aber gut beritten.

Wie die Teufel pfefferten sie los, daß die Satteltaschen flogen, allen voran ein baumlanger, schlanker Kornett, der die Kameraden durch nie ermüdendes Zurufen anfeuerte.

Vorwärts ging es über Stock und Stein. Aber die [pg 23]Schwarzen waren nicht schlechter beritten. Dicht vor der Brücke gerieten die Gegner aneinander, mit einer Wucht, daß alles sich zu einem unentwirrbaren Knäuel von wild um sich schlagenden Pferdeleibern und dreinhauenden Reitersleuten verwickelte.

Die Säbel blitzten, Kommandorufe schmetterten, Schimpfwörter flogen hin und her.

„Warum trägst du deine Rippen draußen auf dem Rock, statt im Busen, wie sich’s gehört?“ rief der Kornett und ritzte mit dem Säbel die gelbe Verschnürung seines Gegners auf. „Und den Totenkopf trägst du auf dem Tschako, statt im Schädel! Hast wohl nichts als Häcksel drinnen!? Wie? Wollen mal nachschauen!“

Und er versetzte dem Gegner einen gewaltigen Hieb nach dem Kopf. Aber der war nicht saumselig. Er parierte mit einer Doppelterz, daß Gebhard der Säbel aus der Hand flog und seine Kopfbedeckung denselben Weg nahm.

„Die Mütze her!“ schrie Gebhard zornesrot, gab seinem Pferd die Sporen, flog dem Frechen an die Gurgel, packte mit eisernem Griff sein Handgelenk, als dieser zum tödlichen Streich ausholte, riß ihm den Säbel aus der Hand, die Mütze vom Kopf, hieb ihn vom Pferd herunter, stülpte sich die Mütze auf und – heißa, hussassa! – eine Gasse durch die sich balgende Rotte gebahnt, über die Brücke gesprengt! Und dann frei wie ein Vogel weitergesaust nach dem Quartier, um Meldung zu erstatten. Die anderen folgten.

„Ich hätte gern die ganze Uniform zum Ansehen mitgebracht! Und den Kerl, der drin steckte, auch!“ sagte Gebhard, als er vor dem Rittmeister stand und ihm den eroberten Tschako zeigte. „Es ist eine ganz neue Sorte von Gegnern, schwarz mit grünen Aufschlägen, grünem Kragen, gelber Verschnürung und diesem Tschako! Ich sehe die Uniform zum ersten Male!“

„Ich nicht“, sagte der Rittmeister. „Aber als Gegner erst heute! Es sind die Bellingschen Husaren! Der Preußenkönig hat Verstärkungen geschickt, wie es scheint! Von seinen besten Reitern! Wir werden zu tun bekommen!“

„Gott geb’s!“ sagte Gebhard.