Na, er hat’s büßen müssen. Sein guter Schwager hat ihm nun richtig den dritten Teil seines Reiches genommen; die anderen beiden Drittel nahmen ihm ja die Schweden selbst, mitsamt der Krone, und schickten ihn mit seiner apokalyptischen Politik über die Grenze.

Nicht einmal das Fell des toten Löwen, Karls des Zwölften, in dem er so gern herumstolzierte, durfte er mit sich außer Landes nehmen. Und nun geht er hier rum und klopft überall an, und nirgends ist seines Bleibens!

Und dabei hatte er bei all seiner Verrücktheit doch Blick für die Menschen – insbesondere für die Verrücktheit der anderen! – – Denn nur bei den anderen erkennt man sie, niemals bei sich selbst.

Was er da sagte von Schill und der Melancholie, das stimmte!

Ich habe die Brieftasche Schills in meinen Händen gehabt, nachdem er gefallen war –, denn ich mußte ja sehen, ob da nichts für andere Leute Kompromittierendes drin war.

Weiß Er, was ich drin fand?

– Verse, Gneisenau – schlechte Verse! – Mondscheingesäusel – in Worte geronnenes, fades Liebesgereimsel! – Wer hätte das von dem Mann gedacht!

Da hatte ich’s nun schwarz auf weiß, daß der seelisch einen Knacks hatte, und da begriff ich auch, warum sein so kühn begonnenes Unternehmen so kläglich enden mußte.

Wäre er vor mein Kriegsgericht gekommen – wegen der Verse hätte ich ihn verknackst –, wegen seines Privatkriegs mit Napoleon aber freigesprochen!

Na – hätte er gewußt, daß sein Kopf, in Spiritus gelegt, dem König ‚Lustick‘ überliefert werden würde – er hätte sich wohl einen anderen Vers daraus gemacht – und für einen besseren Schluß seines Heldenliedes gesorgt.