das bitterlich um ihn weint,
das bitterlich um ihn weint!“
So sang man an einem der vielen Biwakfeuer des Yorckschen Korps vor Möckern. Und weiter gen Wiederitzsch zu antwortete es von den Lagerfeuern der Russen, die sich dort aneinanderreihten, in langgezogenen melancholischen Tönen.
„Matjuschka–a babu–usch–ka – –“, klagte da ein schmelzender Tenor das ewige alte Russenlied vom roten Sarafan, an dem die Mutter nicht mehr nähen soll, während oben auf der Anhöhe die Silhouetten weithosiger, bebluster Tänzer zu den Tönen der Balalaika sich gespenstisch hin und her drehten, bald an dem flammenden Feuer vorbeihuschten, bald ins Halbdunkel hineinhüpften, um gleich wieder zum Vorschein zu kommen, die Hände in die Hüften gestemmt, die Hacken zusammengeschlagen, die Knie gebeugt, und dann bald nach links, bald nach rechts heraus auf den Hacken gerutscht, hochgeschossen, rundgeschnurrt und wieder in die Finsternis hineingehüpft.
Ein dumpfes Geräusch von ferne rollenden Rädern, ein aufbrausendes und wieder abnehmendes Stimmengewirr, Kommandorufe, Hörnerklang, Trommelschlag und Pferdegetrappel verrieten, daß irgendwo bei Freund oder Feind im Schutze der Nacht noch Truppenbewegungen vorgenommen wurden.
Klagen, Hilferufe, Jammern und Schmerzensgestöhn wurden überall laut, um wieder zu verstummen.
Hier und da ein plötzlicher Flintenschuß – ein Verwundeter, der seinen Qualen ein Ende machte, oder ein schnelles Gericht über einen auf frischer Tat ertappten Leichenplünderer. –
Es war ein blutiger Tag gewesen. Yorck und seine Tapferen hatten wieder die Hauptarbeit machen müssen.
Der alte Isegrim hatte geflucht und genörgelt wie immer und die Anordnungen des Hauptquartiers bekrittelt, dann aber seinen Mann gestellt. Und wen er mit eisernem Griff packte, der blieb oder kam zerzaust davon, daß er für weitere Kämpfe kaum noch in Betracht kam.
Jetzt ruhte der Kampf.