Gegen mittag wurde bei den Franzosen eine gewisse Nervosität merkbar. Man schien einen Sturm zu planen, um sich Luft zu schaffen.
Eine Vorwärtsbewegung kam aber nicht zustande. Rückwärts ging es auch nicht. Der ganze Ring der französischen Truppen südlich um Leipzig herum, gegen den die Verbündeten anstürmten, stand noch fest und ohne Wanken da, soweit das Auge vom Colmberg aus blicken konnte.
Die Unruhe drüben deutete also darauf, daß bei den [pg 342]Franzosen von den Schlachtfeldern nördlich und östlich von Leipzig irgendwelche Nachrichten eingegangen waren. Ob günstige oder ungünstige, ob’s Ansturm oder Rückzug gäbe, würde sich bald zeigen.
Endlich liefen auch auf dem Monarchenhügel Meldungen ein.
Im Nordosten hatte Langeron mit seinen Russen Ney und Marmont aus Schönefeld an der Parthe auf die Vorstädte von Leipzig zurückgeworfen.
Im Osten griff endlich Bernadotte ein. Seine Preußen unter Bülow hatten Paunsdorf gestürmt und Reynier, der es verteidigte, bis unter die Mauern Leipzigs gejagt.
Dann traf von Bennigsen im Süden die Meldung ein, Holzhausen wäre genommen und Macdonald zurückgetrieben. Dreitausend Sachsen und einige Schwadronen württembergischer Reiterei wären von Napoleon abgefallen.
„Die Nervosität drüben deutet also auf Rückzug!“ sagte Kaiser Alexander. „Er hat genug. Er wird die Schlacht abbauen! Wollen nachhelfen!“
Und dann gab er Befehle. Die Adjutanten flogen in alle Richtungen, es kam bald wieder Bewegung in das Ganze –, mit lautem Hurra wurde von allen Seiten wütend gegen das französische Zentrum Probstheida angestürmt, aber umsonst.
Der Feind wich nicht und wankte nicht.