ramtam tara rara
ramtam – – – – –
zwitscherten und näselten Flöten und Klarinetten. Ihre Töne trippelten hübsch brav neben der altbekannten Melodie einher, die die Primgeiger mit flottem Saltarello in duftigen Umrissen über die Saiten warfen.
Mit unbewußter Grazie, schüchtern und zaghaft, wie wenn ein unschuldiges junges Mägdelein die Fußspitzen züchtig unter dem schützenden Saum ihrer Röcke hervorstreckt, um, die Erde kaum berührend, elfenhaft dahinzuschweben – so präzise, gezirkelt und genau bemessen hüpften die Töne prickelnd hervor, kitzelten die Tanzlust bei alt und jung und brachten den ganzen Saal in Bewegung.
Schrum tsim tsim –
schrum tsim tsim –
Männlein und Weiblein gaben sich die Hände, drehten sich im Kreis, wiegten sich, neigten sich, chassierten nach links, chassierten nach rechts, figurierten, grüßten, lachten, scherzten, vom Licht der tausend Kerzen überflutet, von unzähligen Spiegeln ins unendliche vervielfacht.
Soweit das Auge sehen konnte, Quadrille an Quadrille, streng nach der Regel in ihren Bahnen beharrend und doch in lebhafter Grazie auf dem glatten Parkett lustig und leicht hin und her gleitend.
Bunte Uniformen und schneeweiße Schultern schoben sich zierlich aneinander vorbei. Es war ein Weben, ein Schweben, ein Trippeln, ein Trappeln, ein Klirren von Sporen, ein Blitzen und Funkeln von Sternen und Geschmeiden, bezauberndes Lächeln auf holden Gesichtern, blendende Perlenzähne hinter purpurnen Lippen, zum Beißen und Küssen gleich verlockend, in tiefgründig träumenden Märchenaugen blitzschnelle Abwehr, wenn verstohlenes Drücken und zärtliches Flüstern in heißem Ansturm zu rauben suchte, was erst nach Sitte und Brauch in langer Belagerung erobert werden wollte.
Auf der Estrade an der Längswand stand der König von Preußen mit seinem getreuen Knesebeck und anderen Bevorzugten und blickte zerstreut in das bunte Getriebe.