Ein Lächeln lag über den sonst so griesgrämigen Zügen, und er lauschte belustigt auf die bissigen Bemerkungen, womit das Gefolge meuchlings die Tanzenden bedachte. Ihm bot sich aber auch ein seltsames Schauspiel dar.

Auf dem Ehrenplatz vor dem Thronsessel bewegten sich vier Paare, um die herum sich in achtunggebietendem Abstand ein Ring von Zuschauern gebildet hatte.

Verliebt wie ein junger Leutnant, charmant und geschmeidig, tanzte da Blücher mit dem schönsten Mädchen im ganzen Saal –, ihm gegenüber auf steifen Beinen, würdevoll und ernst, sein alter Waffenbruder und Widersacher Yorck, [pg 349]der sich mühte, recht liebenswürdig zu erscheinen, und dabei verzweifelte Gesichter schnitt. Rechts und links von ihnen vervollständigten Prinz Wilhelm und der Obrist von Katzeler mit ihren Damen die Quadrille. Und Blücher kommandierte, wie sich’s gehörte.

„Chassez croisez!

Balancez!

A gauche! –

A droit! – – –“

kam es mit Donnerstimme unter dem buschigen Schnauzbart hervor, und alles parierte, alles figurierte im ganzen Saal, präzise wie auf dem Paradeplatz, erst im engeren Verband der Quadrillen, und dann, als das Kommando „Grande chaîne!“ fiel, zu einer einzigen endlosen Doppelkette vereinigt, die sich in wogender Gegenbewegung um den ganzen Saal ringelte, bis die auseinandergeratenen Pärchen sich wieder zusammengefunden hatten.

„Dem König und Herrn alles Ordensegens spenden wir nun auch einen Stern!“ donnerte wieder die Stimme des Feldmarschalls durch den Saal. „Die Kegel ran! Etoile!“

Und in jedes Karree sprang ein junger Offizier hinein, streckte die Hand hoch, die anderen Herren ergriffen sie, und dann ging’s in sausender Fahrt um den so geschaffenen Mittelpunkt herum, daß es den Zuschauern auf der Estrade schwindelig wurde.