Bald würde er sie da hinüberwerfen und gänzlich vernichten!

Er hörte schon seine leicht erregten Pariser über die Siegesbotschaften und die vielen Gefangenen jubeln.

Sie würden ihm alles bewilligen, der neuen Gloire jedes Opfer bringen! Also keine Rede von Verhandlungen mehr!

Er würde den Völkern wieder den Frieden diktieren, wie sie es von ihm gewohnt waren! Fort mit den Schreibern und Diplomaten mitsamt ihren schlauen Finten und krummen Wegen! Ein Hieb des Schwertes zur rechten Zeit – das bliebe stets die einfachste und wirksamste Diplomatie!

Napoleon bedankte sich also für die Gnade, die ihm die deutschen Fürsten gewähren wollten, lehnte die Unversehrtheit eines verkleinerten Reiches und den Besitz eines nur auf französischem Boden fußenden Thrones ab, rief seine Unterhändler zurück und stand wieder kampfbereit da, mit zermürbten Armeen, aber im vollen Glanz seines Genies und seines Siegerruhmes, drohend, gewaltig, gefürchtet.

Da war’s wieder Blücher, der sich nicht blenden und verblüffen ließ. An Genie dem Gegner gleich, an urwüchsigem Temperament ihm überlegen, hielt er stand, wo alles weichen wollte, gebot dem Imperator Halt und lenkte die rückwärtsstrebende Bewegung wieder vorwärts.

Und die Saumseligen folgten schweren Herzens und ergaben sich in ihr Schicksal, die Früchte ihrer Siege pflücken zu müssen.

*

„Sa Majesté l’empereur“

stand es mit großen Buchstaben mit Kreide auf einer der Türen im Korridor. An der Tür zwei Gardisten in hohen Bärenfellmützen, die Gewehre mit aufgepflanztem Bajonett geschultert.