Die Armee bezog Stellungen von Lüttich über Namur bis Charleroi, wo Zieten kampierte. Wellington mit seinem aus Engländern, Hannoveranern, Hessen und Braunschweigern bestehenden Heer hatte von Nieuport über Brüssel bis zur Schelde weit auseinanderliegende Quartiere bezogen.

Da wollten beide den Aufmarsch der Russen und Österreicher über den Ober- und Mittelrhein abwarten, um dann konzentrisch in Frankreich einzurücken und mit einer Übermacht von sechshunderttausend Mann Napoleon zu erdrücken.

Napoleon tat ihnen aber nicht den Gefallen, darauf zu warten.

Für ihn gab es nur die eine Möglichkeit, die feindlichen Heere einzeln und nacheinander anzugreifen und zu schlagen.

Schnell wie der Blitz tauchte er eines Tages plötzlich bei Maubeuge auf, mit einer Armee von hundertachtundzwanzigtausend Mann und dreihundertvierundvierzig Kanonen, schritt gleich zum Angriff, drängte Zieten von Charleroi bis zum Lignybach zurück, warf sich zwischen die englische und preußische Armee, die zusammen zweihundertzehntausend Mann und fünfhundertvierundzwanzig Kanonen hatten, und bedrohte ihre wichtigste Verbindungslinie, die Chaussee von Brüssel nach Namur.

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Vor einer Mühle in der Ebene von Fleurus stand ihr Besitzer, ein alter flämischer Windmüller, und blickte betrübt in die Gegend hinein.

Die ganze Nacht, den ganzen gestrigen Tag hatte er auf der Chaussee von Charleroi den Lärm anrückender Truppenmassen gehört. Die Preußen, die zuerst gekommen waren, lagerten noch in und um den Dörfern am Lignybach. Jetzt rückten die Verfolger, die Franzosen, heran. Und die Preußen machten noch keine Miene, weiter auszuweichen!

Der Müller seufzte.

Blieben sie, dann säße er wieder hübsch in der Klemme! Dann würden von hüben und drüben Kanonenkugeln heranfliegen, die neuen Flügel seiner Mühle zerschmettern und, wer weiß, sie am Ende gar in Brand stecken! Und er käme um seinen Besitz! Seine schöne Mühle, die er, im Vertrauen auf einen dauernden Frieden, wieder mit Mühe und Not instand gesetzt hatte, wäre hin, und er konnte betteln gehen!