„Es muß gehen! Ich hab’s versprochen. Wollt ihr mich denn wortbrüchig machen?“
Nein, das wollten sie nicht! Das ginge nun auch nicht! Sie legten sich doppelt ins Zeug, kamen aus der Patsche heraus und marschierten fröhlich weiter dem Feind entgegen.
Pünktlich um elf erhob sich Napoleon von seinem Lager, ohne daß man ihn zu wecken brauchte, und sofort war sein durch den Schlaf gestärkter Geist wieder in voller Tätigkeit.
Er begab sich zu dem kleinen Hügel am Pachthof La Belle-Alliance, von wo aus die ganze Gegend zu überblicken war, setzte sich da in seinen „Regiestuhl“, wie er scherzend sagte, ließ die Karten vor sich ausbreiten, lachte vergnügt und sagte:
„Mein Freund Talma müßte einmal als Volontär bei mir antreten. Ich würde ihm beibringen, wie man Massen bewegt!“
Einige Minuten vertiefte er sich in das Studium der Karte, stand dann auf, winkte einen von den in respektvoller Entfernung stehenden Offizieren heran und zeigte nach rechts.
„Aus dieser Richtung erwarte ich den Marschall Grouchy. Reiten Sie ihm entgegen, sagen Sie ihm, er soll sich beeilen, mit seiner ganzen Macht hierherzukommen! Und verlassen Sie ihn nicht, ehe er nicht in vollem Anmarsch ist!“
Der Offizier salutierte, warf sich auf eins von den am Fuße des Hügels stehenden Pferden und galoppierte davon.
Um halb zwölf gab Napoleon das Zeichen.