„Nun ja! Viel hat nicht gefehlt, da wäre es so verrückt gekommen! Weißt du noch, wie du brummtest und fluchtest, als du den Korb von deiner reichen Witwe heimtrugst?“
„Halt’s Maul!“
„Nun – der bist du ja glücklich entgangen! Aber geflucht hast du! Und gescheit hast du gesprochen – zum Kotzen gescheit – rein niederträchtig brav – von deinen armen Kindern, denen mit Gewalt eine Mutter besorgt werden müßte, obwohl sie schon erwachsen waren! ‚Opfern‘ wolltest du dich –“
Der Oberst schlug auf den Tisch; er ereiferte sich immer mehr zum Ergötzen Blüchers.
„Man heiratet doch nicht wegen der Kinder, die man schon hat,“ schrie er, „sondern wegen denen, die man erst kriegen will! Man nimmt eine Frau, um selbst von ihr gepäppelt und verhätschelt zu werden, nicht aber damit sie anderer Frauen Kinder bemuttern soll! Man fragt nicht nach dem Geschäft, zum Donnerwetter! Man heiratet entweder gar nicht, oder man heiratet eine, in die man so verliebt ist, daß man es doch tut!“
„Hab’ ich das etwa nicht getan?“ lachte Blücher.
„Das ist es eben!“ rief Pletz zum großen Gaudium seines Gegenübers. „Das ist es gerade! Du hättest verdient, die alte Witwe heimzuführen, und jetzt hast du – ganz unverdienterweise hast du das große Los gezogen!“
„Trink, alter Brummbär! Nörgler du, hundsgemeiner! Auf die Frauen!“ Blücher erhob sein Glas.
„Auf deine Frau!“ antwortete der Oberst, trank aus und machte die Nagelprobe. „Auf dein unverdientes Glück!“
„Glück wird eben nicht verdient!“ sagte Blücher und stellte sein Glas fort. „Man hat’s oder hat’s nicht, je nachdem ob man es zu packen versteht!“