„Prinz Louis Ferdinand zum Beispiel?“
„Ja, das ist ein Kerl, der hat das rechte Zeug! Ein Held wie wenige, und Glück hat er auch! Wer so wie er die Kugeln verachtet, vor dem biegen sie auch aus. Wenn der nur auf den rechten Platz käme!“
„Das würde dann schon zu spät sein. Leute wie er verludern leicht, wenn sie daneben geraten und sich immer nur ducken müssen!“
„Sage einmal,“ sagte der Oberst und klopfte seine Pfeife am Stiefelabsatz aus, „ist das nicht deine Frau, die dort unten den Weg heraufkommt und dem jungen Offizier an ihrer Seite so schöne Augen macht?“
Blücher fuhr auf und blickte hin.
„Ja, das ist sie, und – alle Wetter!“ – Er schnallte rasch den Säbelgurt um und stülpte die Mütze auf. „Wenn man den Teufel nennt, kommt er schon gerennt. Auf Wiedersehen, Pletz, ich muß eilen! Wir haben hohen Besuch!“
Damit eilte er den Weg hinunter und den Kommenden entgegen.
Ein schöneres Paar als die mädchenhafte, liebreizende junge Frau und den stattlichen, schlanken, übermütigen jungen Offizier an ihrer Seite konnte man kaum sehen. Lachend und scherzend gingen die zwei ihres Weges und waren in ihre Unterhaltung so vertieft, daß sie Blücher erst bemerkten, als er vor ihnen stand.
„Königliche Hoheit hier in Emmerich?“ fragte Blücher salutierend.
„Wie Sie sehen“, antwortete Prinz Louis Ferdinand, denn er war es. „Ich benutze meine freie Zeit, um den Rhein hinunterzureisen, und habe nicht die gute Gelegenheit versäumen wollen, der Generalin Blücher meine Verehrung [pg 68]zu Füßen zu legen. So habe ich auch das Vergnügen, Sie zu sehen, lieber General!“