„Das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite!“ antwortete Blücher, gab seiner Frau den Arm und wandte sich wieder zum Prinzen.

„Hoheit reisen doch nicht mutterseelenallein?“

„Leider nicht! Für ein paar Stunden bin ich aber frei. Mein Adjutant ist voraus, um Quartier zu bereiten und für morgen ein Schiff zu besorgen. Er wird mich abends bei Ihnen abholen, solange müssen Sie mich schon behalten.“

„Wenn Hoheit nur vorliebnehmen wollen mit dem, was mein Haus –“

„Machen wir keine Redensarten! Es wird alles gut sein! Übrigens, wenn Sie’s wissen wollen – nur zum Vergnügen reise ich nicht den Rhein entlang. Seitdem wir den dummen Lunéviller Frieden haben und der Kaiser es so schön eingerichtet hat, daß alles drüben, auf der linken Rheinseite, nun Frankreich sein soll, sehe ich mir überall am Fluß die Grenze daraufhin an, wo wir’s am besten anpacken können, wenn wir darangehen, sie wieder nach Westen hin zu verrücken. Denn das kommt früher oder später!“

„Sicher!“ sagte Blücher. „Und hoffentlich recht bald. Denn wir brennen alle darauf.“

„Die drüben im Rheinland auch, nach allem, was ich gesehen habe. Unsere ehemaligen Landsleute sind nicht zufrieden. Sie sind aber zu beneiden.“

„Wieso denn?“

„Statt hundert Herren haben sie jetzt eine Regierung – statt hundert Landesgesetzen eins! Leibeigenschaft, Feudallasten, Kirchenzehnten, Zunft- und Bannrechte sind sie los, Handel, Verkehr und Gewerbe sind frei, die Gedanken auch! Kurz: die ganze neue Zeit, der wir uns so ängstlich verschließen, ist ihnen zuteil geworden.“

„Dafür müssen sie die Republik nach Belieben Rekruten ausheben lassen, und zahlen Steuern bis über den Kirchturm. Dafür müssen sie französisch denken und fühlen und sich ihre deutsche Seele verwelschen lassen!“