„Weil mir alles zuwider ist, was nicht offener Kampf Auge in Auge ist! Aber davon wollte ich nicht reden! Ich wollte nur, ehe wir – im Gedicht – so weit wie bis zur Untreue kommen, mir erlauben, an einen Umstand zu erinnern –“

„Welchen?“

„Die holde Dame, Venus, hatte doch bekanntlich einen Gatten.“

„Gewiß!“

„Daß er seinen Liebesgarten so schlecht bewachen würde, daß ihm der erste beste Buschklepper ins Gehege fallen konnte, erscheint mir doch sonderbar! Wo mag er wohl bei der Gelegenheit geweilt haben?“

„Was weiß ich? Nehmen wir an, er war damit beschäftigt, dem Kriegsgott Waffen zu schmieden!“

„Sehr wohl. Als alter Schmied seines Glückes hatte er aber sicher gelernt, sich nicht vom Lärm der Schmiede sein Gehör so betäuben zu lassen, daß er nicht merkte, wenn fremde Vögel in seinem Neste Liebeslieder sangen.“

„Ich denke auch nicht. Die Fabel belehrt uns ja darüber. Vulkan wartete, bis er die beiden Verliebten in flagranti ertappen konnte, fesselte sie dann in einem kunstvoll geknüpften Netz und zeigte sie so aller Welt. Ob auf ihre oder seine Kosten gelacht wurde, meldet die Fabel nicht. Ich nehme aber das letztere an.“

„Wenn er es so weit gehen ließ, daß er überhaupt nötig hatte, seine Geschicklichkeit im Knüpfen von Netzen zu zeigen, so verdiente er allenfalls, ausgelacht zu werden“, sagte Blücher ruhig. „Ich hätte diesen Ehrgeiz nicht!“

„Von dir ist doch nicht die Rede“, fiel die junge Frau ein, der es bei dem Rededuell sonderbar zumute wurde.