„Wie denn?“

„Lauter Gegensätze! Schlau und gerissen – und ein Dickkopf erster Güte! Feuer und Flamme für alles lebensfähige Neue – und doch zäh am Althergebrachten festhaltend! Allen voranstürmend, wenn es eine Sache gilt, aber mit einem Ungestüm, das Sie oft aus dem Sattel wirft! Pech im Kleinen, Glück im Großen – nicht wahr, so würde die Rechnung lauten?“

„Wie sie lauten würde, weiß ich nicht. Das weiß ich aber: ich gäbe gern meinen Kopf darum, daß da oben, auf der entscheidenden Stelle, der richtige Kopf zwischen den richtigen Schultern säße!“

Der Baron schwieg. Er blickte zum Residenzschloß auf, vor dem sie jetzt standen und in dessen einem Flügel er residierte, in dem anderen Blücher.

„Hier trennen sich unsere Wege, General“, sagte er. „Sie sind die militäre Macht – ich die zivile. Wir wollen voneinander nichts wissen – wir wohnen jeder in seinem [pg 101]eigenen Flügel des gemeinsamen Baues. In der Mitte sind die Räume der Krone!“

„Und da,“ sagte Blücher gallig, „da drin können Sie vor leeren Wänden reden! Denn da wohnt für gewöhnlich – niemand! Statt einem, der einigend über uns beiden steht und uns manchmal zu gemeinsamer Beratung zu sich einlädt – ein leerer Raum, der uns trennt!“

„Das stimmt“, sagte der Baron. „Dafür einigen wir uns aber – im Küchengarten! Den haben wir gemeinsam, trotz der getrennten Magen!“

„Die Jagd habe ich allein“, nickte Blücher.

„Und geben mir doch manchen Braten ab!“

„Nun, in der Magenfrage begegnen sich eben verständige Leute!“