»Du wirst auf einmal so still? — Du zitterst?! — Also, hat sie welche?«

»Ich gesteh's«, stotterte Bachelier — »ich habe sie im Verdacht! — Ich glaube etwas bemerkt zu haben! — Bestimmt kann ich's aber nicht behaupten! Aber etwas ganz Kleines — fast Unscheinbares — unter dem linken Busen war's!«

»Gnad' dir Gott!«

»Von meinem Versteck aus war's nicht genau zu kontrollieren! Ich habe aber die Signora, ihre Mutter, nachher examiniert! Und sie hat mir auf Ehre versichert, daß die Schönheit der Tochter makellos sei! — Bei der Jungfrau hat sie's beschworen!«

»Da hat sie sicher einen!« rief Ludwig entsetzt. »Und so etwas empfiehlst du mir! Du wagst sogar, mir von ihr vorzuschwärmen! Ich dachte, ich hätte in dir einen treuen Diener, Bachelier — ich sehe aber, ich habe mich geirrt! Du hast mein Vertrauen mißbraucht — du kannst nicht mehr in meiner Nähe sein! Betrügst du mich in einer Sache, dann wirst du mich auch in anderen Dingen hintergehen!«

»Eure Majestät wollen doch gnädigst in Anbetracht meiner langjährigen treuen Dienste geruhen, Gnade walten zu lassen. Eure Majestät wollen doch höchstselbst sich heute abend überzeugen, daß jene Mißgestaltung bei ihr kaum noch als solche zu betrachten ist!«

»Wir wollen dein Schicksal vom Ausfall unserer Besichtigung abhängig machen! — Sie soll heute tanzen — du fertigst sofort den Kurier ab! — Wenn ich aber degoutiert werde, Bachelier, dann brauchst du morgen nicht mehr Dienst zu tun! Du kannst gehen!«

Bachelier ging.

Kurz darauf schlug die Stunde, wo die Sonne Frankreichs aus den Wolken zu steigen geruhte. Ludwig erhob sich aus den Pfühlen. Das Lever begann. Das kleine Entree der höchsten Würdenträger fand statt — das große Entree der Fernerstehenden folgt — das Hemd Frankreichs wurde gewechselt, und heute hatte der Prinz von Carignan den Vorzug, es, von allen beneidet, zu überreichen.