»Mon Dieu, fangen Sie nicht auch an, mit solchen altmodischen Gefühlen zu prahlen! — Wären Sie wenigstens der alte geblieben! Hätten Sie's verstanden, alle Augen auf sich zu lenken wie früher! Da war Ihr Auftreten immer eine Sensation! Seine Majestät waren charmiert, haben mich stets komplimentiert! Und gestern kein Wort — keine Miene verzogen! Nicht einmal das übliche, befriedigte >Ah< bei Ihrem Erscheinen! Ich weiß nicht, ob ich Sie noch auftreten lassen kann!«
»Hoheit müssen mich verstehen! Ich bin doch auch nur ein Mensch! Und sie quält mich! Bei jedem Auftreten bringt sie mich außer mir durch ihr verächtliches Benehmen! — So auch gestern! Ich verlor ganz den Kopf! Die kühle Ruhe, die zum überlegenen Tanzen nötig ist, war hin! Statt mich ganz in die Lösung der künstlerischen Aufgabe zu versenken, dachte ich nur an sie! — Diese einzige Schönheit, die ich wie ein Juwel gehütet hatte und die seit dem einen Male, wo sie sich mir unverhüllt offenbarte, allen anderen Augen unzugänglich war, sollte jetzt den lüsternen Blicken dieser Roués der Hofgesellschaft preisgegeben und als Dekoration eines höfischen Festes zur Schau gestellt werden! Das machte mich verrückt! Ich tanzte schlecht! Insofern verdiene ich die Vorwürfe Eurer Hoheit!«
»Sehen Sie!«
»Dann kam aber statt des Triumphs der eklatante Mißerfolg Barberinas! Das hat mich wieder aufgerichtet! Jetzt bin ich wieder Herr meiner selbst! Jetzt bin ich wieder der alte! Wenn Hoheit jetzt befehlen, lege ich mir wieder Paris zu Füßen!«
»Umsonst, mein Lieber! Sie werden nie wieder bei Hofe tanzen! Sie haben mich betrogen! Sie haben mich schwer getäuscht! Wenn Sie jene Dame so intim kannten, hätten Sie mich auf jenes Gebrechen aufmerksam machen müssen!«
»Wenn jenes Gebrechen wirklich existierte, hätte ich es getan!«
»Sie wagen zu leugnen, was alle Welt gesehen hat?!«
»Hoheit müssen es doch selbst am besten wissen! Hoheit haben ja die Gnade gehabt, ihr ein Hotel einzurichten! Hoheit gelten doch vor aller Welt als ihr bevorzugter Beschützer!«
»Mon Dieu!! — Das ist eine Sache für sich! Die Intimität aber auch! Und — Sie wissen — ich war durch mein Amt am Hofe die letzte Zeit sehr in Anspruch genommen! Dienstlich verhindert sozusagen!«