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Der Prinz von Carignan saß in seinem Kabinett und ließ sich von seinem Sekretär Vortrag halten. Seine Stirn war gefurcht, die Haut gelb von der übergetretenen Galle, die Augen blickten trübe.

Die Spielbank ging schlecht. Der Pächter lieferte keine Überschüsse ab. Die Oper spielte vor leeren Häusern. In der Theaterkasse war kein Sou zu finden. Paris war in Aufruhr. Die feine Welt revoltierte gegen das Regiment des Theatergewaltigen. Sein Thron wankte.

Fast zu gleicher Zeit hatte er drei seiner leuchtendsten Sterne verloren. Die Camargo war ihm mit einem Verehrer durchgegangen. Madame Sallé, erzürnt wegen ihrer Zurücksetzung zugunsten Barberinas in Fontainebleau, hatte ihm ihr Abschiedsgesuch, und zwar durch einen Gerichtsbeamten, zustellen lassen.

Was ihm noch blieb, war nicht zugkräftig genug.

Hätte er wenigstens die Barberina, dann wäre der Verlust der anderen zu verschmerzen! Aber die war immer noch krank und weigerte sich aufzutreten.

»Noch immer keine Besserung?« fragte er betrübt den Sekretär.

»Leider nicht! Wir haben ihr aber ein unfehlbares Heilmittel verabreichen lassen! Der Befehl, nächste Woche in Versailles zu tanzen, ist ihr gestern zugegangen! Das wird sicher helfen!«

»Und wenn sie sich weigert?«