Das Diner verlief einförmig. Lord Stuart freute sich, daß sein Sprößling — wie er dachte — darauf bestrebt war, die Würde seines Standes zu wahren. — Die junge Braut war entzückt von der vielversprechenden Gleichgültigkeit, die ihr zukünftiger Herr und Gemahl ihr zeigte, und tat in ihrem Herzen das Gelübde, ihn nie auf andere Gedanken zu bringen.

Nur Sir Josuah war unzufrieden. Er fand seinen zukünftigen Eidam mehr als löblich dumm und überlegte noch, wie er sein gutes Geld gegen diese geistige Minderwertigkeit schützen sollte.

Aber das Essen war glänzend, die Weine ebenso. Und ehe man sich trennte, hatte man sich schon dahin geeinigt, die beiden Neuverlobten am nächsten Tag miteinander ins Theater zu schicken, damit sie sich so allmählich näher kämen!

Sir Josuah hatte bereits eine Loge im Coventgardentheater genommen, und man sollte die große Sensation der Saison, die Tänzerin Barberini, sehen.

Am folgenden Nachmittag holte Beß seine Braut ab. Er kutschierte selbst das Sechsergespann und machte erst eine Spazierfahrt in den Park, um sich auch da mit ihr öffentlich zu zeigen.

Kurz vor Beginn der Vorstellung langten sie in Coventgarden an und suchten ihre Loge im ersten Rang auf.

Die Vorstellung begann, und da Beß ebenso gleichgültig und zerstreut war wie beim gestrigen Diner, so konnte seine Braut sich ungestört dem Zuhören widmen!

Die Vorstellung schien dem jungen Lord endlos zu sein. Er konnte es kaum noch abwarten, die junge Dame wieder nach Hause bringen zu dürfen, und wäre gern sofort aufgebrochen. Aber sie schien Vergnügen an der Aufführung zu finden. Und seufzend fügte er sich in sein Schicksal!

Endlich kam das Ballett.

»Haben Sie die Barberini schon gesehen, Mylord?« fragte die junge Dame, um einmal ein Wort zu sagen.