»Mein junger Herr, ich weiß nicht, wie Sie dazu kommen, mit mir in dem Tone zu reden! — Sie wissen von ihr nichts! Wenn irgendeiner, muß aber ich mit ihr Bescheid wissen! Denn ich war ihr Lehrer! — Ich habe sie ausgebildet — in der Kunst des Tanzens wie in all dem anderen! — Ich habe sie in die Welt eingeführt — ich habe sie an den Hof von Frankreich gebracht — sie war meine Geliebte — sie wurde vom Prinzen von Carignan, von Lord Arundel und von vielen anderen ausgehalten — —«

»Sie hören, Lord Stuart?«

»In der kurzen Zeit von zwei Monaten hatte sie schon vierzehn Liebhaber, von denen man wußte!«

»Du lügst, du Hund von einem Falschspieler!« rief Stuart außer sich. Und im Übermaß seiner Aufregung warf er den Tisch um, daß Geld und Karten auf dem Fußboden rollten, zog den Degen und schwang ihn im Kreise um sich herum.

»Wer noch ein Wort über sie spricht, ist des Todes!« schrie er.

»Ich fürchte den Tod nicht«, sagte Albermale ruhig, »und bin sicherlich imstande, mich meines Lebens zu wehren, wenn's sein muß! Ich stehe Ihnen zur Verfügung! Hier ist aber nicht der Ort, wo Edelleute ihre Händel auszutragen pflegen! — Wollen Sie nur die Güte haben, Ihre Zeugen zu benennen. Ich werde desgleichen tun. Und das Weitere werden diese Gentlemen dann vereinbaren!«

»Ich sende sie Ihnen«, sagte Stuart, »und hoffe, Sie schon morgen bereit zu finden! Es geht aber auf Leben und Tod! Denn wer, wie Sie, aus verletzter Eitelkeit die Ehre einer Dame durch den Schmutz schleift, verdient kein Erbarmen!«

»Sie haben die Beweise gehört!«

»Das Wort jenes Glücksritters, der sein ritterliches Wappen Gott weiß wo gestohlen hat, gilt mir nichts!«

»Reisen Sie nach Paris, junger Herr«, sagte Fossano, »überzeugen Sie sich!«