»Er wird schon wissen, wohin er sie adressiert!«

»Wie soll ich denn das verstehen?« fragte Stuart kopfschüttelnd. »Sie hatten doch die Güte, zu bemerken, daß der Brief eine Herzensangelegenheit betrifft!«

»So ist es auch!«

»Aber — —«

»Mein lieber Freund«, sagte Sir Josuah, auf einmal alle Förmlichkeit außer acht lassend, und blickte ihn über die Brille sarkastisch an. »Mein lieber, guter Freund — wir zwei brauchen uns wahrhaftig nichts vorzumachen! Am allerwenigsten in dieser Sache! Soviel ich weiß, handelt es sich zwischen unseren Familien um gar keine Herzensangelegenheiten, sondern nur um die rein geschäftliche Operation einer ehelichen Verbindung zwischen unseren Kindern! In dem zwischen uns geschlossenen Vertrage steht gar nichts von zärtlichen Empfindungen! Bei geschäftlichen Abmachungen pflegt es, soviel ich weiß, auch nicht anders zu sein! Ich würde mich auch schön hüten, das Herz meiner Tochter in Liebessachen beeinflussen zu wollen! Dann käme sie mir am Ende gar mit Wünschen in dieser Beziehung, die mit dem kindlichen Gehorsam, den ich von ihr verlangen muß, gar nichts zu tun haben! Sie mag meinetwegen mit ihrem Herzen tun, was sie will! Aber heiraten soll sie so, wie ich will! — Das ist mein Standpunkt, und daran ist nicht zu rütteln! — Eben um Eurer Lordschaft zu versichern, daß wir, was auch kommen mag, an der Verlobung festhalten werden, bin ich hierhergekommen!«

»Ich wüßte nicht, daß ich jemals den geringsten Zweifel über die Loyalität Ihrer Absichten geäußert hätte«, sagte Lord Stuart und richtete sich im Sessel auf.

»Das erkenne ich durchaus an!«

»Ich darf wohl hoffen, daß Sie Ihrerseits keinen Zweifel uns gegenüber hegen?«

»An Eurer Herrlichkeit guten Willen glaube ich schon!«

»Das möchte ich mir auch ausbitten! Und was meinen Sohn betrifft, wird er Ihnen wohl sicherlich ebenso vertrauenswürdig erscheinen müssen!«