»Nun, ich will hoffen, daß mein Sohn sich von dem Albermale nicht ausstechen läßt!« sagte der Lord selbstbewußt, merkte aber dann, daß er sich verplappert hatte, und fügte noch rasch hinzu: »Das heißt: ich hoffe, mein Sohn wird wissen, was sich gehört! Oder sollten Sie den Brief auf jene Tänzerin beziehen?«

»Es bleibt mir nichts anderes übrig! Man hat sie zwar niemals öffentlich mit Ihrem Sohne zusammen gesehen! Aber wenn er sich schon ihretwegen duelliert hat —«

»Da will ich Ihnen gleich etwas sagen, Sir Josuah: — Werfen Sie jenen Brief nur in den Ofen! Der hat gar keine Bedeutung! Wenn es sich um eine erste Liebschaft handelt, da fangen die jungen Leute schon gleich mit dem Eheversprechen an! Und nach vierzehn Tagen denken sie nicht mehr daran! — Ein Rausch, wie wir ihn alle einmal gehabt haben; weiter nichts! — Der wird sich austoben und ebenso schnell vergehen, wie er kam!«

»Auch meine Meinung!« sagte Sir Josuah. »Aber aus dem Briefe spricht eine Entschlossenheit und eine gewisse Überspanntheit, die mir doch zu denken geben! Ihr Sohn scheint mir ganz anders geartet als andere junge Leute seines Alters! Und deshalb wäre es meine Bitte an Eure Herrlichkeit, ihn in aller Form darauf aufmerksam machen zu wollen, daß diese Liaison nur als vorübergehender Rausch zu betrachten sein darf!«

»Verlassen Sie sich darauf, Sir Josuah! Jener >Rausch< ist schon vorüber! Mein Sohn geht morgen nach Schottland zu seinem Regiment!«

»Das wäre wohl doch zu grausam!«

»Schadet nichts! Er bekommt auf die Weise seinen Kopf frei — sie nimmt sich inzwischen einen anderen! In Schottland hat er keine Gelegenheit, Ihre Tochter so auffallend zu vernachlässigen wie jetzt hier! So wird sie es auch weniger merken!«

Am anderen Ende der Galerie wurden Stimmen laut. Lord Stuart schwieg und blickte um die Rücklehne seines Sessels herum.

»Mein Sohn!« sagte er. »Er scheint jemand in der Galerie herumzuführen!«