Sir Josuah blickte auch, so gut es ging, um die Lehne seines Sessels herum, sank aber gleich wieder zurück.

»Sie ist es!« rief er.

»Wer? — Sie meinen doch wohl nicht jene — — jene Tänzerin?!«

»Sie ist es!«

»Diese Dreistigkeit!« — Lord Stuart richtete sich in seiner ganzen Würde auf und saß kerzengerade da, die Hände auf die Stuhllehnen gestützt, und wartete den Schicksalsschlag mit der Ruhe eines alten Römers ab.

Es waren wirklich Beß und Barberina, die am anderen Ende der riesigen Galerie hereingekommen waren und sich langsam näherten. Sie blieben hier und dort stehen. Er gab die nötigen Erläuterungen zu den Bildern, und sie lauschte neugierig.

Die Sessel der beiden alten Herren standen so, daß sie sie nicht sehen konnten. Sie glaubten sich allein und unterhielten sich zwanglos und vertraulich, plauderten vergnügt und tauschten manchen Händedruck aus. Schließlich blieben sie vor einem Bilde stehen und blickten es lange an. Es war das Porträt einer blonden, schlanken Dame von außergewöhnlicher Schönheit, deren große tiefblaue Augen dem Betrachter melancholisch entgegenblickten.

»Meine Mutter!« sagte er.

»Wie schön!«

»Nicht wahr? — Was gäbe ich darum, wenn sie noch am Leben wäre! Sie hätte dich gleich liebgewonnen!«