»Sie brachte Unglück über unser Haus. Durch ihre Untreue machte sie ihren Mann zum Mörder und brachte ihn um Ehre und Leben! Er war der erste Protestant in unserer Familie! Sein und ihr Sohn war ein Verschwender und ein Konspirateur! Er schloß sich den Aufrührern an, die Johanna Grey auf den Thron setzten —«
»Wer war diese Dame?«
»Sie war neun Tage Königin von England. Jung und schön und unglücklich!«
»Aber Königin!« sagte Barberina, und ihre Augen blitzten.
»Das mußte sie mit dem Leben bezahlen! Und mit ihrem Haupte fielen die Köpfe ihrer Anhänger — auch der meines Vorfahren! Seine Güter wurden konfisziert. Königin Elisabeth gab sie uns wieder. Und seitdem sind sie in unserem Besitz geblieben!«
»Und die Stuarts haben seitdem nie wieder eine Nichtadlige geheiratet?«
»Nein. Das war die erste und hoffentlich letzte Mesalliance in unserem Hause!«
Barberina blickte ihn spöttisch an und zog ihn mit sich von Bild zu Bild, stets die Porträts der Frauen mit besonderer Neugier betrachtend.
»Gott, wie gelangweilt sehen sie aus! Wenn ich nicht annehmen würde, daß die Stuarts auch damals Geist hatten, ich würde die armen Ladys bedauern! Am Ende liegt's an den Malern?«