»Wir haben stets die ersten Maler der Zeit beschäftigt! Hier sind auch mehrere van Dycks unter den Bildern!«

»Was treibt denn solch eine vornehme Dame ihr Leben lang? Sie vegetiert wohl nur — in den Stadtpalästen — auf ihren Landschlössern — geht in die Kirche — sorgt für fromme Stiftungen — gebärt die Stammhalter — verzieht sie — verwelkt und stirbt? — Nicht wahr?«

»Sie haben nicht so unrecht!«

»Und nachher wird sie hier aufgehängt!«

Es fröstelte sie leicht. Sie zog die Mantille um ihre Schultern zusammen.

»Ich möchte nicht hier hängen! Weiß Gott, ich möchte keine solche Lady sein!«

»Wenn ich nicht irre, hat Ihr Ehrgeiz bereits — und zwar mit großem Erfolg — andere Wege eingeschlagen! Ich habe mir auch sagen lassen, daß die Kunst die Hingabe ihrer Adepten so voll und ganz verlangt, daß ihnen weder Zeit noch Neigung für die Ehe übrigbliebe!«

Barberina lachte laut auf — so silberhell, so bestrickend, daß der alte Herr gegen seinen Willen einstimmen mußte.

»Man hat Sie sicher hinters Licht geführt, Mylord!« sagte sie spöttisch. »Ich kann mir ganz gut denken, daß ich verliebt genug sein könnte, um meiner Kunst zu entsagen und dem Manne meines Herzens zu leben! Aber beileibe nicht, um ihm zu helfen, irgendwelche vermodernden Familientraditionen aufrechtzuerhalten! Eher um sie auf den Kopf zu stellen! Das würde mir sogar viel Spaß machen!«

»Sie sind gefährlich!«