Ihr Engagement in London ging sowieso in einigen Tagen zu Ende, und sie war noch nicht anderweitig verpflichtet. Von Paris und Dublin hatte sie Anerbietungen. In Dublin hatte sie im ersten Jahre ihres englischen Aufenthaltes Triumphe gefeiert und Schätze angesammelt. Trotzdem wollte sie vorgeben, daß sie in Paris annehme und — sich frei halte!
Am Tage nach dem Besuch ihres Geliebten saß sie im Ankleidezimmer und wartete auf ihn, als es an die Tür klopfte.
Sie rief »herein!« — Und herein trat — nicht Beß, sondern Sir Josuah Crichton!
Sie blickte erstaunt auf und wollte ihn zunächst hinausweisen, nahm aber an, daß sein Besuch in irgendwelcher Beziehung zu ihrem Geliebten stehe, und ließ es also.
»Verzeihen Sie, Mademoiselle, daß ich so sans façon bei Ihnen anklopfe —«
»Ich war allerdings nicht auf den Besuch gefaßt —!«
»Ich hätte mich ja melden lassen können! Aber — am Ende wäre ich dann nicht empfangen worden —?«
»Ich gestehe, daß ich nur meine ganz intimen Bekannten hier zu sprechen pflege!«
»Das nahm ich auch an! Da Sie also sicher ohne weiteres >herein< rufen würden, zog ich es vor, unangemeldet anzuklopfen! Denn ich konnte mich nicht abweisen lassen!«