»Ein Räuber sind Sie! Ein Mörder!«

»Ich bin ein Kaufmann, Mademoiselle, weiter nichts!«

»Nennen Sie's, wie Sie wollen, aber schandbar ist es! Und noch schandbarer, daß es geduldet wird! Legt man Ihnen denn gar keine Hindernisse in den Weg?«

»Doch! Das Metier hat auch seine Unannehmlichkeiten! Das gebe ich zu! Die Neider zum Beispiel! — Da kam vor kurzer Zeit ein Franzose — ein homme de lettre — über den Kanal, angeblich, um englisches Wesen und englische Zustände zu studieren und ein Buch darüber zu schreiben. Er schnüffelte auch bei mir herum. Und ich, in meiner Harmlosigkeit, tat ein bißchen dick und ließ ihn mehr wissen als nötig war. Da wurde er gleich Feuer und Flamme und wollte sein Geld in meinem Niggergeschäft mitarbeiten lassen — angeblich nur aus Neugier und um praktische Erfahrung zu gewinnen! Ich habe mich aber gehütet! Da ist er gleich zu einem meiner Nebenbuhler gelaufen und hat ihm alles verraten, was er bei mir gelernt hatte! Und nun machen die mir schwere Konkurrenz. Ein Vermögen hat er schon damit verdient! Nichts habe ich so sehr bereut wie das!«

Das waren seine ganzen Bedenken! Menschliche Gefühle schienen bei ihm nicht vorhanden zu sein! Und doch versuchte er den Liebhaber herauszukehren! Sie lachte laut auf.

»Warum lachen Sie?«

»Weil Sie so ganz anders aussehen, als Sie müßten!«

»Wie müßte ich denn aussehen?«

»Nun — einen Menschenfresser hätte ich mir jedenfalls ganz anders vorgestellt! Man müßte vor Ihnen Grauen empfinden können!«

»Sie werden noch von mir verlangen, daß ich hier vor Ihren Augen den kleinen Negerjungen mit Haut und Haaren verspeise!«