Der Mutter spendete er, als sie, im Überschwang ihres Glückes, sich in Lobeshymnen erging, herablassend einige kühl bemessene Worte der Anerkennung für das unzweifelhafte Talent ihrer Tochter.

Es würde schon was aus Babara werden! Er glaubte es schon! — Aber — man könnte ja nicht wissen! Das Leben hinge von soviel Zufälligkeiten ab! Jedenfalls wollte er sich ihrer annehmen und mit ihr weiterarbeiten! — Sooft seine »Psyche« gegeben würde, sollte sie darin spielen dürfen, vorläufig ohne Gehalt, denn man könne nicht anders — wegen der anderen Tänzerinnen! Man müsse ihre Gefühle schonen! Sie wären schon ohnehin ärgerlich, daß er nicht einer von ihnen die Rolle gegeben hatte!

Er wolle aber mit aller Energie an ihrer Vervollkommnung arbeiten! Er wolle nichts dafür haben! — Aber sie müsse sich ganz seiner Führung anvertrauen! Das wäre die Bedingung!

Das sagte ihm die Domina auch zu, ehe sie beglückt dem Ausgang zuschritt, wo Tausende von Menschen sich gestaut hatten, um dem neuaufgegangenen Stern ihre Huldigung darzubringen. Begeisterte Zurufe flogen Babara entgegen, als sie sich zeigte — schüchtern blickte sie Fossano an, wie um Erlaubnis zu fragen, ob sie auch das alles auf sich beziehen dürfe! Er verzog keine Miene. Er gab ihr nur den Arm und führte sie ironisch lächelnd zu seinem Wagen, um sie nach Hause zu bringen und sie so ihren Verehrern zu entziehen!

Das gelang ihm freilich nicht. Ein Dutzend junge Leute nahmen den Wettlauf auf und folgten dem wegen des Gedränges nicht übermäßig schnell fahrenden Wagen.

Kaum waren sie in der bescheidenen Behausung der Campanini angelangt, so sammelte sich schon eine ganze Menschenmasse unter den Fenstern. Bald erklangen die Gitarren, und liebegirrende Stimmen schmetterten ihre sehnsüchtigsten Töne in die Nacht hinein. Die Passanten blieben stehen und nahmen an der Kundgebung teil. Und bald war an kein Durchkommen mehr zu denken.

Die Domina schwelgte in Wonne. Babara wurde auch freudig bewegt. Die Geschwister waren außer sich vor Freude über den Triumph — das ganze Haus in größter Aufregung.

Nur Fossano blieb ruhig. Seine Züge verfinsterten sich mehr und mehr.

Schließlich konnte er nicht an sich halten.