»Ich fiel in Ungnade — das war weit schlimmer als der Galgen! Ich ging nach Paris!«

»Und hatten kein brillantenbesetztes Porträt des Königs zum Trost?«

»Das war mein Glück! Hätte ich das gehabt, dann wäre mir auch der Galgen gewiß gewesen! Man soll sich vor königlichen Brillanten in acht nehmen! Sie stellen immer die erste Phase der Ungnade dar —«

Ein Bedienter trat ein und meldete dem Grafen Rothenburg die Ankunft des Königs. Rothenburg eilte hinaus, und bald darauf trat Friedrich ein, von ihm und Jordan gefolgt.

Er grüßte gnädigst, küßte Barberina galant die Hand und nahm neben ihr Platz.

»Sie haben uns heute durch Ihren Tanz exzeptionell divertiert!« sagte er. »Hätten wir nicht noch verschiedenes zu ordnen gehabt, da wir morgen abreisen wollen, so hätten wir Ihnen unser Wohlgefallen in der Oper bezeugen können! Sie gestatten uns, es jetzt nachzuholen und Ihnen dies Zeichen unserer königlichen Gewogenheit zu dedizieren!«

Er nahm aus der Tasche seines Uniformrockes ein Etui und legte ihr selbst — ein Armband von glitzernden Brillanten um! Eine seltene Auszeichnung!

Barberina zuckte zusammen und blickte Pöllnitz an. Friedrich merkte es.

»Was haben Sie, Mademoiselle? Gefällt Ihnen unsere Gabe nicht?«

»Ich ersterbe vor Dankbarkeit ob der Gnade Eurer Majestät! Der Schmuck ist wahrhaft königlich und selten schön!«