»Domestiken?!«

Er fuhr zurück. Sie sah, daß der Hieb saß, freute sich sehr und fuhr in gelassenem Ton fort: »Das Statut sieht von männlichen Domestiken vor: einen Koch, einen Gärtner, einen Förster und einen Bedienten, der schreiben und rechnen kann. — Du kannst ja vorzüglich schreiben und rechnen!«

»Pardon«, sagte er scharf und richtete sich auf. »Madame wollen mich wohl zum besten halten? Es kann nicht Dero Ernst sein, mir diese Stellung eines Bedienten — «

»Es ist mein Ernst, dir diese Stellung zu geben. Eine andere ist im Institut nicht vorhanden. Und schließlich, was wäre dagegen einzuwenden? Du hast dein ruhiges Leben, wirst ausreichend bezahlt; ob du dich dabei Hofmeister oder Bedienter nennen darfst — das ändert an der Sache nicht das geringste! Um Titel warst du ja nie besorgt. Und schließlich — eine Schar der entzückendsten jungen Damen zu bedienen, das muß dir doch zusagen; du hast ja immer so viel für galantes Wesen übrig gehabt!«

»Ich danke«, sagte er kurz; »um mich mit jungen Mädchen abzugeben, bin ich zu alt. Möge Madame sich da andere Helfershelfer suchen. Ich bin nicht dafür zu haben! Ich gehe.«

»Du gehst von mir fort?«

»Ja — meine Rolle bei Madame ist ja sowieso ausgespielt! Ich hatte hier nur noch eine wesentliche Pflicht zu erfüllen!«

»Nicht, daß ich wüßte!«

»Eine Pflicht, die mir das Leben auferlegt hat — nicht du«, sagte er und duzte sie zum erstenmal wieder. — »Ich hatte dich verführt, ich hatte dich von der Bahn der Tugend abgebracht — jetzt habe ich dich der Tugend wiedergegeben, so gut es ging — ich habe meine Schuld bezahlt! Ich gehe!«

»Du willst doch nicht zum Bettelstab greifen, jetzt noch?«