»Nein!«
»Wer könnte es außer ihr? Keine, die so hübsch ist — keine, die mit solcher Poesie die Partie zu tanzen wüßte — keine, die dem Publikum so sehr gefallen würde!«
»Ihr irrt Euch! Niemand ist unersetzlich! Es gibt Hunderte von Tänzerinnen, die das ebensogut können wie sie! Tänzerinnen, die ihre Köpfe nicht so hoch tragen — die die Ehre zu schätzen wissen, in einer Pantomime von Fossano tanzen zu dürfen! Babara hat sich verschlechtert — sie tanzt nicht mehr so gut — sie scheint keine rechte Lust mehr zu haben — sie ist auch zu entbehren!«
»Heilige Mutter Gottes — was muß ich da alles hören! — Bleibt doch, Signore, geht doch nicht! — Ich werde schon alles in Ordnung bringen — ich will sehen, was ihr fehlt — ich will sie ausforschen —— will schon aus ihr herausbringen, ob sie sich verliebt hat — ob sie sich nicht hat den Kopf verdrehen lassen —— verlaßt Euch darauf — ich bringe sie schon zur Vernunft — — ich bringe sie wieder zu Euch!— — Auf den Knien soll sie Euch um Entschuldigung bitten.«
»Das wird sie nicht — ich kenne sie besser als Ihr! Und es würde auch zu nichts führen! Addio, Signora — Ihr wißt jetzt Bescheid! In einer Woche geht's nach Venedig, bis dahin müßt Ihr zahlen, sonst werde ich die Schuldhaft gegen Euch beantragen müssen.«
Er war schon an der Tür. Die Alte ließ ihn aber nicht gehen. Sie eilte zu ihm, hielt ihn am Rock fest, warf sich vor ihm nieder, umschlang seine Knie und schluchzte und flehte, rief alle Heiligen an, ihr zu helfen, sein hartes Herz zu erweichen! Es half ihm nichts — er konnte nicht fort, er mußte ihr Jammern über sich ergehen lassen. Rasch entschlossen beugte er sich zu ihr, half ihr aufstehen, brachte die halb Ohnmächtige zum Kanapee und half ihr sich niederlegen.
»Ich will Euch einen Vorschlag machen«, sagte er dann nach kurzem Besinnen. »Vielleicht wird das Euch aus der Schwierigkeit helfen. Ich will Euch das Haus abkaufen! Sagt mir den Preis — ich zahle ihn.« Die alte Domina setzte sich auf.
»Und wir, wo sollen wir hin?«
»Ihr sollt hier wohnen bleiben wie bisher.«
»O Gott — das wollt Ihr für uns tun? — Der Himmel segne Euch! — Ihr habt mich nur erschrecken wollen — ich wußte es ja! — Ich hab's ja immer gesagt: der Signor Fossano ist gut — er ist edel! — Der Signor Fossano hat ein Herz wie wenige —— ein Herz wie Gold ——«