»Im Namen des Königs ——«

»Ridicule!« sagte der Prinz gelassen. »Seit wann tritt man so — legère bei mir ein? Ich bin allerdings auch Chef der Theater! Aber — ich muß sagen —— diese Komödie! Zum mindesten geschmacklos!«

»Im Namen des Königs«, sagte die eine Gestalt und reichte dem Prinzen ein Dokument mit anhängendem Siegel. »Laut Urteil des Parlaments sind wir auf Antrag des Bilderhändlers Gersaint bevollmächtigt und haben den Befehl, hier im Palais Eurer Hoheit alles Geld und alle Kostbarkeiten an uns zu nehmen und, sofern es nicht ausreicht, um die Forderung nebst Zinsen, Kosten und unserem Salär zu decken, die Meubles und den Schmuck zu versiegeln und zur öffentlichen Versteigerung zu bringen!«

»Ja, bin ich denn diesem Ehrenmann, diesem Gersaint, etwas schuldig —? Wann habe ich ihm überhaupt etwas abgekauft —? Es ist doch wenigstens zwei Jahre her —«

»Ganz richtig! Zwei Jahre sind es bereits, daß Eure Hoheit die gekauften Gemälde nicht bezahlt haben!«

»Das ist ein Irrtum! Das muß ein Irrtum sein! — — Und wenn sie nicht bezahlt sein sollten — mon Dieu! — warum hat man sich nicht das Geld von meinem Intendanten geholt? — Wie kann man sich denn beklagen?! — Ja, sagen Sie, meine Herren, für wen halten Sie mich denn! — Ich, der Prinz von Carignan, muß mich mit derartigen inferioren Dingen persönlich befassen! — Bin ich dazu von Seiner Majestät, unserem allergnädigsten König, zum Generalintendanten der Akademie ernannt, damit man mir meine Zeit mit den Angelegenheiten eines obskuren Bilderhändlers stiehlt?!«

Beim Nennen des Königs hatten die Gerichtsbeamten ihre Hüte gelüftet und wollten sie wieder aufsetzen.

»Behalten Sie die Hüte in der Hand!« schrie ihnen der Prinz mit Donnerstimme zu. »Und verlassen Sie das Haus!«

»Wir sind auf Befehl des Parlaments hier ——«