»Ja! Ihr Herr Vorgänger hat's schwer büßen müssen! Und doch war das eine sehr graziöse Idee von ihm! Das hätte eine bessere Belohnung verdient! Den vielgeliebten König von einer Eskadron berittener Stadtdamen empfangen und zu seinem Schwiegervater eskortieren zu lassen! Das war doch märchenhaft schön!«

»Ja. Hätte er nur nicht die Ungeschicklichkeit begangen, auch die Königin bei ihrem Einzug von denselben Berittenen eskortieren zu lassen, dann wäre er noch im Amt. Der Kardinal und die Königin sind ein Herz und eine Seele!«

»Deshalb schmollt er anstandshalber vierzehn Tage, ehe er die Sonne der heiligen Kirche wieder über die sündenvolle Welt scheinen läßt! Innerlich wird er mit der Erhebung der Gräfin du Mailly zufrieden sein! Er wird sich sagen — wenn eine Grande Dame, wie sie, sich öffentlich als Mätresse proklamieren läßt, dann hat sie's auch nötig!«

»Sie meinen — das wäre der Anfang vom Ende?«

»Sicher! Und so ist es auch! Sie teilt die Gunstbeziehungen des Königs bereits mit ihrer Schwester!«

»Mit Madame du Vintimille?«

»Ich habe es aus sicherer Quelle! — Mein Friseur —«

»Arme Königin!«

»Werden wir nicht sentimental! Ihre Majestät kann sich nicht beklagen, solange der König — wie's die Konvenienz gebietet — unter den Damen des hohen Adels seine Wahl trifft. Leider scheint er aber schon seine Augen auf eine Bürgerliche oder — was viel schlimmer ist — auf eine gewesene Bürgerliche geworfen zu haben! Das endet nie gut! Die sind zu ehrgeizig!«

»Sie regen sich doch nicht darüber auf?«