»Beruhigen Sie sich, lieber Freund! Es gibt so viele andere Gründe zur Aufregung!«
»Sie bringen mir Neuigkeiten?! Was ist geschehen?«
»Sie wissen es noch nicht? Der Kardinal Fleury hat sich eine ganze Woche beim König entschuldigen lassen.«
»Seine Eminenz sind verstimmt?«
»Der Majestät des Königs gegenüber wird man nicht verstimmt, auch wenn man Kardinal Fleury ist und Frankreich regiert! Seine Eminenz bereiten sich nur, in stiller Zurückgezogenheit, auf eine schwere Entschließung vor. Er steht vor der Notwendigkeit, zu einer Staatsaktion ja und amen zu sagen, die mit den strengen Anschauungen, in denen er den König erzogen hat, wenig harmoniert! Er wird die Proklamierung der Madame du Mailly zur königlichen Mätresse, wenn nicht feierlich sanktionieren, so doch stillschweigend dulden müssen.«
»Also doch!«
»Ja — es ist gestern, anscheinend beim Besuch des Königs bei >Mademoiselle< beschlossen worden, das Verhältnis, trotz der Verstimmung Fleurys, offiziell zu machen.«
»Ich bin neugierig, wie sich der alte Fuchs damit abfindet! Er läßt sonst in solchen Dingen nicht mit sich spaßen! Erinnern Sie sich noch, wie erzürnt er über den Empfang des Königs in Luneville war?«
»Wie sollte ich nicht! Der Begebenheit verdanke ich ja mein Amt!«