»Ich muß gestehen, Hoheit, ich war nicht darauf gefaßt ——«
»Weiß schon! Sie waren entrüstet! Der Prinz von Carignan, Königliche Hoheit, hätte Ihnen, dem berühmten Tänzer, wohl den Wagentritt halten — Sie, den Hut in der Hand, auf der Straße empfangen sollen ——«
»Sie hätten mich hier empfangen sollen, wie ich's wohl beanspruchen könnte! Einen Künstler meines Ranges läßt man nicht acht Tage hintereinander antichambrieren.«
Der Prinz maß ihn mit einem Blick grenzenloser Verachtung.
»Sie irren sich, Signore! Es interessiert uns keineswegs, zu wissen, warum Sie unzufrieden sind! Es interessiert uns nicht einmal, zu wissen, daß Sie sich mokieren! Es interessiert uns höchstens, was wir selbst Ihnen gegenüber empfinden! Und wir sind mit Ihnen sehr unzufrieden! Verstehen Sie? Sehr unzufrieden!«
»Dürfte ich fragen, warum?«
»Sie hatten von uns den bestimmten Auftrag bekommen, sich eine Partnerin auszusuchen! Die Camargo weigert sich ja, in Ihren Pantomimen aufzutreten! — Ich hatte Sie gebeten, eine Tänzerin ersten Ranges zu engagieren! Der Bequemlichkeit halber ließen wir im Vertrag den Platz für den Namen offen. — Und Sie mißbrauchen unser Vertrauen! Sie schreiben da einen Namen hinein, der kein Name ist — von dem kein Mensch etwas weiß — von dem kein Mensch je etwas gehört hat! Statt einer Künstlerin bringen Sie uns eine Anfängerin her.« — Auch jetzt würdigte Hoheit Barberina keines Blickes. »Ja, mein Lieber, wir sind kein italienischer Duodezstaat, wir sind Paris — wir sind am ersten Hofe der Welt! — Wir suchen uns unsere Leute unter den allerersten Berühmtheiten aus! Wir haben es nicht nötig, uns eine obskure Null oktroyieren zu lassen!«
»Ich bin durchaus der Ansicht Eurer Hoheit!«
»Sehr gnädig!«