»Ich wage sogar zu behaupten, daß ich den Befehl Eurer Hoheit nicht nur mit der größten Gewissenhaftigkeit ausgeführt, sondern noch weit übertroffen habe!«
»Diese Kühnheit! — Ich muß sagen —— da bin ich wirklich neugierig!«
Trotzdem aber würdigte er Barberina keines Blickes.
Fossano antwortete nicht. Er flüsterte Barberina nur schnell ein paar Worte zu, faßte sie bei der Hand, und im nächsten Augenblick wirbelte sie durchs Zimmer wie ein losgelassener Schmetterling und schloß ihr Extempore mit einem Luftsprung ab, wobei sie, ehe sie die Erde wieder berührte, die Füße wiederholt aneinanderschlug.
Der Prinz stand mit offenem Munde da.
»Achtmal«, sagte Fossano, »achtmal, Hoheit! — Das macht ihr in der ganzen Welt keine nach! Die Camargo bringt es nur fertig, die Füße im Schweben viermal aneinanderzuschlagen.«
»Nun, das wird wohl auch bloß viermal gewesen sein!«
»Vorwärts, Barberina!« rief Fossano, »noch einmal!«
Der Kriegsminister setzte sich, um besser zu sehen. Fossano faßte seine Schülerin wieder bei der Hand — noch einmal wirbelte sie durchs Zimmer — noch einmal machte sie den Sprung — aber jetzt absichtlich so nahe an dem Prinzen vorbei, daß sie ihm mit dem Fuße den Hut vom Kopfe schlug. Der Prinz wankte und sank in den Sessel und blieb da mit offenem Munde sitzen.
»Bravo!« rief d'Argenson begeistert. »Es war mindestens achtmal! Ich habe gezählt!«