»Die müssen Sie haben! Wie wollen Sie in Paris vorwärtskommen? — Equipage ist nötig — Remisen, Stallungen, Pferde, Kutscher, Diener — ein eigenes Hotel! — Unumgänglich nötig! — Man muß empfangen können — kleine intime Diners geben — Komponisten, Dichter, Journalisten bewirten und, vor allem, in der Gesellschaft eine Rolle spielen! Die elegante Welt bei sich sehen — viel von sich reden machen! — Das ist zum mindesten ebenso nötig wie das Talent!«

Babara blickte ihn groß an. — Dann auf einmal platzte sie mit einem silberhellen Lachen heraus.

»Sie lachen? — Das ist recht! — So ist's gut! — Das alles wird sich ja bei Ihnen ohne Schwierigkeit einstellen! Das ist selbstverständlich! Wer so viel Liebreiz hat!« — Er kniff sie nochmals in die Wange. — »Da habe ich gar keine Angst! Treten wir erst auf — gewinnen wir erst den entscheidenden Sieg, zeigen wir, welch ein Juwel wir sind — nachher findet sich schon die geeignete Fassung! — Also morgen bei meinem Lever konferieren Sie hier mit Rameau, Fossano! Und Sie auch, Mademoiselle — äh —«

»Barberini«, soufflierte Fossano.

»Barberini«, wiederholte Carignan, sich jede Silbe einprägend. »Nun, hoffentlich wird der Name bald so berühmt, daß man sich ihn ohne weiteres merkt! — Au revoir denn, liebe Barberini — au revoir, Fossano! — Ich hab's eilig — ich muß zu Hofe — Sie müssen mich entschuldigen!«

Er streichelte ihr leicht die Wange, nickte ihr freundlich zu. Fossano ging und nahm seine Schülerin mit.

D'Argenson verabschiedete sich ebenfalls, und Carignan setzte sich noch hin, um seine, durch den Sprung Babaras etwas ramponierte Frisur vom Kammerdiener in ordnungsgemäßen Zustand bringen zu lassen.

Er wollte sich nach beendigter Reparatur wieder erheben, als sich plötzlich ein Paar weiche Hände vor seine Augen legten.

»Aber was soll das — wer erlaubt sich? — Kaum hat man Ordnung geschaffen, dann wird man wieder —«

»Ruhig Blut«, lachte eine silberhelle Stimme, »keine Aufregung, mein Ferkelchen! Ich frisiere dich nochmals, daß du mich nicht vergißt!«