»Marietta?« — rief er und machte die Hände los. »Was machst du hier? — Wie bist du hereingekommen?«

»Ich bin die ganze Zeit hiergewesen!«

»Wo denn?«

»Dort hinter der spanischen Wand! Ich habe alles gehört! Den sämtlichen Audienzen beigewohnt! Die große Sensation mitgemacht, die schnelle Wandlung in der allerdurchlauchtigsten Gesinnung bewundert. Mir machst du keine solchen Anerbietungen, Treuloser! Mir richtest du kein Hotel ein! Mir versprichst du keine Equipagen —«

»Aber erlaube mal«, rief Carignan, »wem hab' ich etwas versprochen? Ich habe diese junge Gans vom Lande über alles, was zur Karriere gehört, unterrichtet — weiter nichts!«

»Als ob man nicht hinter jedem Worte deine Lüsternheit gehört hätte! Du willst ihr ein Hotel einrichten, du selbst willst sie aushalten, leugne es nicht! Aber mich läßt du dir alles abbetteln! Tanze ich nicht ebensogut wie sie? Bin ich nicht die Mutter deiner Kinder?«

»Zum Tanzen bist du längst zu dick! Du warst einmal gut, das leugne ich nicht! Sonst wärst du nicht an der Oper! Und — was die Kinder betrifft, so ist es durchaus nicht sicher —«

»Willst du vielleicht behaupten —?«

»Ich will nichts behaupten! Ich sage nur: wenn ich von allen den Damen Kinder hätte, die angeblich welche von mir haben, dann wäre Frankreich zu klein, sie sämtlich zu beherbergen!«

»Du willst dich also deinen Verpflichtungen entziehen?«