»Gott, ich vergöttere sie ja! Das Mädchen ist allerliebst und die beiden Buben auch! Ich sorge für sie wie ein Vater! Mehr kannst du doch nicht verlangen! — Adoptieren kann ich sie aber nicht! Das würde meine Frau nicht erlauben!«

»Wenn du nur willst!«

»Ich bitte dich — die Tochter eines Königs, wie meine Frau — und — die Kinder einer Ballettdame adoptieren! Du darfst nicht unbescheiden werden, Marietta, sonst setze ich dich ab!«

»Ich und unbescheiden! — Für wen plünderst du die Theaterkassen? — Für mich wohl? Kaufst du meinetwegen der Camargo Solitäre? — Hab' ich dich gebeten, dem italienischen Fratz, der soeben hier war, zu versprechen, sie einzurichten, als ob sie eine Fürstin wäre?«

»Pst — nicht so laut! Staatsgeheimnisse!«

»Wieso Staatsgeheimnisse? — Du willst mir doch nicht einreden, du hättest den Auftrag —?«

»Solche Aufträge hat man nie! Als getreuer Untertan führt man sie eben aus! Man bemüht sich! Und wer da zur rechten Zeit die rechte Person zu präsentieren versteht, der ist ein gemachter Mann!«

»Und da meinst du, daß du — daß der König sich dir anvertrauen würde?«

»Wozu hätte er sonst wohl einen Prinzen von Geblüt zum Generalinspekteur des Corps de Ballett gemacht! — Nun eben, um sich mit ihm en camerade über alle einschlägigen Fragen unterhalten zu können! Er wird schon ungeduldig! Es ist Zeit, daß ich mich ein wenig eifriger zeige! — Und diese Italienerin — sie hat Rasse, sie hat Feuer — sie scheint eine kluge Person zu sein! — Eine draufgängerische Art, sich zu geben! — Zum Entzücken! — Sie wird nicht nur ganz Paris — sie wird auch Versailles in Aufruhr versetzen! — Du hast doch gesehen, mit welcher Fermeté sie mir den Hut vom Kopfe schlug?«

»Und nun, denkst du, wird sie dem König in derselben Weise die Krone vom Kopfe tanzen!«