»Freili schads mir! Freili! Ihr bringts mi noh unter d'Erdn! Du halt's eh mit ihr – du!«

Herr Schoißengeyer sah sie wild an. Dann rannte er wieder im Zimmer hin und her – dampfte, stampfte, brummte, fuchtelte mit den Händen herum, schob das »Hausherrnkapperl« ins krause weiße Haar zurück, wieder vor, kratzte sich hinter dem einen, dann hinter dem anderen Ohr, blieb endlich stehn und rief, schon wieder rennend:

»Also meinetsweg'n: ja! Soll's in Gottsnam kemma! Gscheita is doh als bei eahm!«

»O du guata guata Mann!«

Frau Marie war schluchzend aufgestanden, Herrn Schoißengeyer mit ausgebreiteten Armen nachgerannt – und an seine Brust gesunken.

»Na so was! Gehst denn nit! Was fallt dir denn ein!«

Sie drehte ihr gutmütiges Gesicht zu ihm auf und lächelte ihn unter Tränen an.

»Ja Frau! Du lachst ja!« Ganz verblüfft war er.

»Weilst halt so viel guat bist!«

Und ehe er sich »derfangen« konnte, hatte Frau Marie ihre Arme um seinen feisten Nacken geschlungen und ihm einen kräftigen Schmatz versetzt – auf den Mund! »Direkt« auf den Mund! So was! Ganz erschrocken riß er sich los und wischte sich rasch und kräftig – den Mund ab. Sprachlos mit weit aufgerissenen Augen. Da mußte Frau Marie laut auflachen.